Limelight Fire im Interview zum Dark Dreams In Metal Festival in Münster

Veröffentlicht: 25. Oktober 2017 von guidowein in Allgemein, Interview
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22396708_1991946114165157_1810028060_oDie Bielefelder Crossover-Metal Band Limelight Fire wird am 10.11.2017 zu Gast beim Dark Dreams in Metal sein. Die fünf jungen Musiker sind mittlerweile ein fester Bestandteil auf den Alternativ- Festival Bühnen der Republik. Fette Riffs, gepaart mit druckvollen Drums und einer hervorragenden, berührenden Stimme der Frontfrau Lea, so begeistern die Künstler allgegenwärtig das feierwütige Publikum.
Wir hatten im Vorfeld des Dark Dreams In Metal Festival die Gelegenheit mit Johnny, Schlagzeuger bei Limelight Fire , ein aussagekräftiges Interview zu führen.

Independent Sounds:
Wer steckt hinter Limelight Fire?
Limelight Fire/Johnny:
Hinter Limelight Fire stecken Lea Hansmann (Vocals), Johnny Maron (Drums), Lars Schmidt (Bass) und Manuel Schütter (Gitarre).. und natürlich noch viele Helfer und Supporter, die uns in unserer Arbeit unterstützen.

Independent Sounds:
Wie würdet ihr Eure Musik beschreiben?

Limelight Fire/Johnny:
Wir machen modernen Alternative Metal. Wir haben uns in unserer Zeit als Band mehrmals gewandelt.. vom Classic Rock über Punkige Songs.. Songs mit Synthie-Core-Geschmack. Allerdings wandeln und entwickeln wir uns gerne. Rock und Metal sind so vielfältig geworden, dass man als jemand, der sich generell für Musik interessiert, fast gar nicht für ein Sub-Genre entscheiden mag. Aber um es kurz zu sagen: Ich denke Fans, die Bands wie Lacuna Coil, Amaranthe, Periphery oder Of Mice and Men mögen, kommen auch bei uns auf ihre Kosten.

Independent Sounds:
Was macht Euer Projekt besonders?
Limelight Fire/Johnny:
Besonders an uns ist glaube ich, dass die meisten, die uns Live erleben, etwas geboten bekommen, mit dem sie so nicht gerechnet hatten. Es freut uns immer wieder, wenn wir die Rückmeldung bekommen „Boah, krass, ich hätte ja nicht gedacht dass ihr so heftig abgeht!“ Wie jeder Mensch machen sich auch viele Festival- oder Konzertbesucher in wenigen Augenblicken ein grobes Bild von einer Band. Dies geschieht ja zusätzlich auch vorab im Netz.. anhand von Hörproben.. Fotos.. Videos.., alles ganz normal also. Womit dann aber oft nicht gerechnet wird, ist die Energie mit der wir jedes Mal versuchen das Publikum zu packen. Bisher traf dieser Überraschungseffekt immer ins Schwarze. Grade Lea sorgt mit dem ersten Ton für einen „BÄM!“-Effekt, den wir selber mittlerweile sehr zu schätzen und zu genießen wissen. Und wenn wir sagen „zu schätzen wissen“, dann eben auch auf die Art, dass wir versuchen die Crowd von Anfang bis Ende in Atem zu halten. Dazu arbeiten wir mit verschiedenen Elementen während unserer Show und versuchen eben nicht nur akustisch sondern auch mit Blick auf das Drumherum immer ein paar Extras zu bringen.

Independent Sounds:
Was und wen wollt Ihr mit Euren Songs erreichen?
Limelight Fire/Johnny:
Alle Herzen dieser Welt… (lacht) Nein im Ernst: Ich denke, dass wir, mal abgesehen von der Genre-Frage, Leute erreichen möchten, die wir mit unseren Songs inspirieren und berühren können. Wir schreiben gern über den Glauben an einen selbst, innere Kraft, innere Kämpfe… Wir nutzen die Musik ja selber auch für uns, um eben jene Themen auf jeweils persönlicher Ebene zu bearbeiten. Musik ist unser Ventil, unser Rückzugsort und Quelle für Kraft und Energie. Wenn wir unseren Zuhörern und Fans diesen Ort und diese Quelle durch unsere Songs auch öffnen können, haben wir das erreicht was wir möchten.

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Independent Sounds:
Was hat Euch bewogen Musik zu machen?
Limelight Fire/Johnny:
Wir sind da so reingestolpert. Ich war zum Beispiel n‘ ziemlich mieser Fußballer. Statt Bolzplatz war also Musikschule angesagt. Und natürlich will man als Junge mit seinem Instrument Mädchen beeindrucken, was sonst. Und Musik ist eh besser als die meisten Alternativen. Und Musik ist für uns wie eine Tüte Chips.. einmal angefangen, kann man nicht mehr aufhören (lacht).
Also Grundlegend bewegt einen die eigene Liebe zu Musik und eben das kreative Ausdrücken von Erlebtem und von Gefühlen dazu, eben auch selber Musik zu machen. Ich denke der Grundstein dazu wird schon ziemlich früh gelegt und dann wächst man nur noch immer weiter und weiter rein. Und mit der Zeit findet man selbstverständlich auch riesen gefallen dran Menschen live zu begeistern und auf der Bühne die Sau rauszulassen.

Independent Sounds:
Was macht gute Musik für Euch aus?
Limelight Fire/Johnny:
Das Gefühl beim Hören muss geil sein.. also intensiv. Sei es nun Trauer, Glück, Wut, Liebe, Sehnsucht, Angst. Wenn man beim Hören direkt versteht worum es geht, und das muss nicht immer das sein, was der Künstler ursprünglich gemeint hatte, ist es gut. Ich sage das, weil jeder speziell Klänge und versteckte Messages für sich individuell anders deutet. Aber solang halt gefühlsmäßig was passiert, ist es im Grunde gute Musik. Abgesehen davon kann Musik auch einfach durch ihre Machart begeistern; z.B. Animals as Leaders, Periphery, Dream Theater. So verzwacktes Musiker-Zeugs halt.

Independent Sounds:
Apropos gute Musik. 2016 gab es die Veröffentlichung Eure Single „World you made“. Wozu es auch ein brillantes Video gibt. Wann dürfen wir und Eure Fans mit dem zweiten Album nach
Unbound aus dem Jahre 2012 rechnen? Gibt es schon einen Albumtitel? Was erwartet den Hörer mit Eurer zweiten Album-Veröffentlichung?
Limelight Fire/Johnny:
Vielen Dank für das Lob! Also in der Tat sind wir momentan an der Entwicklung von neuem Material. Wir fühlen uns momentan in neue Themen und Stilelemente ein. Damit vier Künstler und etwaige, ergänzende Elemente wie Synthies oder orchestrale Elemente quasi den gleichen Herzschlag haben, brauch es bisschen Zeit. Das ist aber wichtig. In der Vergangenheit haben wir oft aus Zeitmangel oder auch einfach dem fehlenden Bewusstsein heraus nicht so viel Wert auf diesen „One-Heart-Beat“ gelegt. Das spiegelt sich natürlich in den Songs wieder. Das möchten wir in Zukunft anders machen. Momentan wollen wir noch keine Termine für ein nächstes Album bekannt geben. Aber so viel sei gesagt: Wir arbeiten. Still und heimlich. (lacht)

Independent Sounds:
Welche Bands beeinflussen Euch? Welche Alben haben Euch geprägt oder begeistert?

Limelight Fire/Johnny:
Wir sind halt alles „Kids“ die mit Blink-182, Greenday, Metallica, Pantera und so großgeworden sind. Bei einer mehrköpfigen Band ist für den einen „Reise, Reise“ das, was für den anderen das „Black Album“ ist. Ich erinnere mich, wie Lars und ich unsere ersten Gehversuche an unseren Instrumenten zu „Pretty fly for a white guy“ von The Offspring hatten. Das war zwar ehrlich gesagt ziemlich kacke, aber eben unser Anfang. Lea hat eben viel Pop gehört; Janette Biedermann und Christina Aguilera und so Zeugs.. (lachen). Was da mittlerweile die Stimmbänder verlässt, lässt das auch nicht erahnen. Manuel ist mit Rammstein in den „Ich will Musik machen“-Topf gefallen.

Independent Sounds:
Welche Musik hört Ihr zu Hause, unterwegs oder beim Sport?
Limelight Fire/Johnny:
Naja, also das reicht von Joss Stone und Halestorm über Wagner und Chopin über Rammstein, Die Kassierer, Flogging Molly, Periphery, Dream Theater, TOTO, Miles Davis, Hans Zimmer bis hin zu Eskimo Callboy, annisokay, Any Given Day und Animals as Leaders. Ich persönlich höre auf längeren Autofahrten auch gerne mal ein Hörbuch.

Independent Sounds:
Was ist für die Zukunft geplant? Welche Ziele habt Ihr Euch selbst gesteckt? Was steht als nächstes an? Tour?
Limelight Fire/Johnny:
Wir stecken momentan wie eben angeschnitten mitten im Songwriting-Prozess für neues Material. Wir sind, da muss man ja keinen Hehl drum machen, nicht die allerschnellsten wenn es darum geht. Oft sind wir mit uns selbst zu kritisch und manchmal auch zu kreativ (lachen). Eine Platte muss ja stimmig sein. Also geben wir uns die Zeit die wir brauchen und bespielen gleichzeitig so viele Festivals und Hallen und Clubs wie möglich. Das befördert einen ja oftmals auch wieder auf ein höheres Energie- und Motivationslevel. Tour natürlich gern; ist eben recht aufwändig eine ganze Tour im Sinne des Wortes zu konzipieren. Wir hatten ja bisher schon das Glück bundesweit und auch bei unseren europäischen Nachbarn unterwegs zu sein. Das wollen wir natürlich wieder und weiterhin machen. Man muss die Waage finden zwischen viel unterwegs sein und „genug Zeit haben, was Neues zu erschaffen“.

Independent Sounds:
Welche Rolle spielen für Euch Live-Auftritte und was empfindet Ihr dabei?
Limelight Fire/Johnny:
Live Auftritte sind für uns die absolute Belohnung für Arbeit, die manchmal keinen Spaß macht.. oder nicht zu sehen ist. Live-Auftritte sind für uns das allergrößte. Live ist das, wofür man’s macht. Klar, wenn man online Songs und Merch verkauft, oder wenn das Video angeklickt wird.. und man auch online Feedback und Austausch mit den Fans und Kritikern erfährt, dann ist das auch toll, natürlich. Aber dieses Gefühl was man hat, wenn man im Bühnenaufgang steht, wenn das Licht ausgeht, das Intro läuft, und man die Spannung förmlich aus der Luft zapfen kann.. wenn die vorherige Anspannung der Vorbereitung übergeht in ein Gefühl, genau im hier und jetzt zu sein und man plötzlich ganz ruhig und fokussiert wird, um dann in der nächsten Sekunde das Publikum mit Energie zu bombardieren.., das alles ist es, wofür man es macht. Und wovon man als Künstler zehrt.

Am 10.11. 2017 spielt ihr in der Sputnikhalle/Münster beim Dark Dreams In Metal Festival. Wie sehr freut Ihr Euch darauf? Kennt ihr vielleicht sogar eine der anderen Bands? Was sind Eure Erwartungen?
Limelight Fire/Johnny:
Wir erwarten einen spannenden Abend mit allen Bands die dort sind, mit dem Münsteraner Publikum. Wir waren vor ein paar Jahren schon einmal in der Sputnik Halle, bzw. viel mehr im Sputnik Café. Das war damals eine tolle und „heimische“ Atmosphäre.

Independent Sounds:
Was fällt Euch als Erstes zu folgenden Begriffen ein?
Limelight Fire/Johnny:
Musik:
Spaß, Leben, Leidenschaft und Glück.. quasi alle Emotionen vereint in einer Kunstform – Sex für die Ohren. Musik ist Lebenswichtig. Sex übrigens auch.

Kindheit: ..war glücklich! Viel Mist gebaut, viel Spaß gehabt, auf der Straße spielen, erster Kuss, erstes Bier; „Good ol‘ Days“ eben.. 

Blockade: rausgehen, was anderes machen; Neues sehen und daraus Inspiration schöpfen

Auftritt: harte Arbeit die Spaß macht, Konzentration, LAUT, anstrengend aber geil, Dankbarkeit gegenüber unserer Zuhörer und Fans; Schleppen nervt

Heimat: …ist ein dehnbarer Begriff. Heimat ist immer grade da wo man glücklich und erfüllt ist. Das kann ein Zeltplatz auf einem Festival sein. Das eigene Auto irgendwo auf einem Rastplatz auf Weg zu einem schönen Ziel. Oder ein Ort an dem man sich schon damals mit den besten Freunden rumgetrieben hat. Menschen können auch Heimat bedeuten. Heimat ist also, würden wir sagen, nicht zwingend ein Ort.. sondern eher ein Zustand, ein Gefühl.

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