Fundstück der Woche: VEAGAZ

Veröffentlicht: 3. Mai 2017 von steffischaaf in Fundgrube
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veagaz 2VEAGAZ, eine Kombo aus Düsseldorf und Hameln überzeugen durch ihre ehrliche und geradlinige Art ihre durchdringenden Songs zu präsentieren. Die drei Musiker können auf ehrwürdige Vorprojekte zurückblicken und schufen dadurch das Destillat Veagaz. Sänger und Basszupfer Tom wird vielen von Euch noch als das Gründungsmitglied von Unzucht bekannt sein. Seine Bandkollegen Jörg und Sven nicht weniger untätig in der Vergangenheit, bringen die Klasse ihres Könnens professionell in die melanchonischen aber auch treibenden Batcave Blues hervoragend mit ein. Eine Formation, von der wir in Zukunft ganz sicher noch einiges hören werden. Nun lest bitte selbst was Euch diese außergewöhnlichen Musiker zu erzählen haben.     

Wer steckt hinter VEAGAZ?
Veagaz sind Sven Hesse am Schlagzeug, Jörg Stiller an der Gitarre und Tom Schindler am Gesang und am Bass. Der schreibt auch die Songs. Das bin übrigens ich.

Wie würdet ihr eure Musik beschreiben?
Schwarz, minimalistisch, melancholisch, Krach und Stille, Songwriting aus den Tiefen der Finsternis..

Was macht euer Projekt besonders?
Die Songs und die Stimme stehen im Vordergrund. Kein Firlefanz, keine Effekthascherei. Jeder Charakter in der Band ist einzigartig. Unsere Art zu spielen bringt die einzelnen Elemente so zusammen, das oft mehr als die Summe der einzelnen Teile dabei herauskommt.

Was und wen wollt ihr mit Euren Songs erreichen?
Wir wollen vor Leuten spielen, die unsere Musik zu schätzen wissen. Aus diversen Bands vor Veagaz und meiner eigenen musikalischen Reise hatte ich schon immer viel mit der schwarzen Szene zu tun. Hier gab und gibt es immer ein „offenens Ohr“ für neue Sounds, ähnlich wie in der Metal Szene, ein fairer und enthusiastischer Umgang, eine Gemeinschaft. Hier sehe ich für Veagaz ein Publikum, das wir für uns begeistern wollen, ohne sich ausschließlich darauf festzulegen. Veagaz kam z.B. auch immer gut in der Metal Szene an, ähnlich wie Tito and Tarantula, mit denen wir auch schon die Bühne teilen durften.

Was hat Euch bewogen Musik zu machen?
Ich komme eigentlich aus der Klassik bzw. vom Cello. Sinfonien, Suiten, usw. Ein von klassischer Musik geprägtes Elternhaus. Und dann kollidierte ich Ende der 80er mit der „Kiss me, Kiss me, Kiss me“ von The Cure, mit der „Black Planet“ von Sisters of Mercy, mit Bands wie Joy Division, Alien Sex Fiend, Christian Death, Iggy and the Stooges, Clock DVA, Fieds of the Nephilim…Hach!… Später Metal und Industrial. Das hat geknallt. Ich habe mir dann selber Bass, Gitarre beigebracht, ein kleines Heimstudio aufgebaut, angefangen in diversen Bands zu spielen. Es war und ist wie ein Fieber. Plötzlich stehst Du mit Veagaz vor Tito and Tarantula oder Phillip Boa auf der Bühne und mit Unzucht (ich bin Ex- bzw. Gründungsmitglied dieser wundervollen Band) beim M’era Luna Festival auf der Hauptbühne vor zigtausend Leuten. Das ist intensiv. Das prägt Dich für immer.
Bei den Jungs war es vom Ablauf ähnlich, nur eher mit Led Zeppelin (Sven) und David Bowie (Jörg). Wir sind uns in der Tat alle (in unserer kleinen Heimatstadt) schon vor Veagaz in diversen Bands begegnet. Veagaz ist quasi ein Destillat.

Was macht gute Musik für euch aus?
Wenn es so etwas wie „gute“ und „schlechte“ Musik gibt… dann packt Dich „gute“ Musik im Herzen, begleitet Dich in der Phase Deines Lebens, in der Du Dich gerade befindest, ist gleichzeitig Soundtrack und Triebfeder, schmückt die Bilder aus der Vergangenheit aus, die schönen wie die schlechten Momente, verankert sich und wird zu einem Teil von Dir.

Welche Bands beeinflussen euch? Welche Alben haben euch geprägt oder begeistert?
Aktuell höre ich viel Timber Timbre, die ich für ihre morbiden texte und die zeitlose Eleganz ihres Spiels bewundere, außerdem höre ich mich gerade durch die alten Alben der Queens of the Stone Age, die ich, außer den Singles, nie bewusst wahrgenommen habe und die einfach komplett großartig sind. Darüber hinaus begleiten mich seit einiger Zeit The Icarus Line, die in ihrer Extremität und Kompromisslosigkeit einzigartig sind und mit „All Things Under Heaven“ Ende 2015 meine Nachbarn einige Nerven gekostet haben…
Bei den Jungs weiß ich es nicht. Wir reden nicht viel über Musik. Johnny Cash, Nick Cave, Stooges, Bowie und Madrugada sind jedoch Künstler, die wir gemeinsam schätzen.

Welche Musik hört Ihr zu Hause, unterwegs oder beim Sport?
Beim Sport wird keine Musik gehört, da gibt’s nur das Eisen und mich. Zu Hause Alles außer HipHop, Hitparade und Reggae. Die Welt ist doch wirklich schon schrecklich genug!
Unterwegs empfehle ich Tonträger von den Eagles of Deathmetal und The Kills, aber auch nach wie vor Sisters of Mercy und besonders die Elizium von Fields of the Nephilim.
Veagaz hören auf Tour viel Johnny Cash, das macht intelligent und schön!

Eine Band durchläuft stets Höhen und Tiefen. Was war der absolute Höhepunkt in der Vergangenheit und was der bitterste Tiefpunkt?
Gegen Veagaz sind Spinal Tap ein Witz. Das würde hier zu weit führen. Das es uns noch gibt ist ein Wunder, das ich, in aller Demut, sehr zu schätzen weiß!

Welche Rolle spielen für euch Live-Auftritte und was empfindet ihr dabei?
Auftritte sind das Wichtigste. Hier bekommt man die Energie und pure Freude für alles Weitere. Das ist wie eine Welle, die Dich umhaut und komplett von den Beinen reisst. Alles läuft wie in Trance und alles was Du tust, passiert einfach. Ich kann mich zum Glück komplett fallen lassen. Lampenfieber kenne ich nicht. Ich genieße jeden einzelnen Moment. Das geht aber nur mit einer Band wie Veagaz.

Was fällt Euch als Erstes zu folgenden Begriffen ein?
Musik: Leben
Kindheit: Vorbei!
Blockade: Lebe jetzt!
Auftritt: Musik: Leben!
Heimat: Home is where my heart is.

Vielen lieben Dank für das ausführliche Interview.

VEAGAZ bei Facebook

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