Konzertbericht: 25.03.2017 Melting Sounds Festival VOL.III

Veröffentlicht: 2. April 2017 von guidowein in Konzertreviews, Veranstaltungen
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meltings-soundsAuch 2017 hieß es unbeirrt:
„Independent. Dark. Artistic. Excellent.“
This is the new exiting Show of Melting Sounds Festival Vol. III.
Am 25.03.2017 fand das dritte Melting Sounds Festival in der wundervollen Zeche Carl, in Essen, statt.
An einem herrlich, sonnigen Frühlingstag sollte uns der dritte Teil eines außergewöhnlichen Festivals erwarten. Die Kombination von Kunst und Musik ist eine einzigartige Komposition, die so kein zweites Mal in den deutschen Festival-Gefilden zu finden ist. Im Vorfeld dieser Veranstaltung hatten wir die Ehre euch schon einige Bands und Künstler in unseren Fundstücken und Beiträgen näher zu bringen. So waren wir gespannt, ob es auch 2017 ein weiteres erfolgreiches Melting Sounds Festial Vol. III gibt, das alle Erwartungen der Gäste, der Künstler und des Veranstalters erfüllt.

Wieder erwartete uns die großartigen Silouetten der Zeche Carl in Essens-Altenessen. Das ehemalige Bergwerksunternehmen, das von 1861 bis 1929 vielen Menschen in der Region Arbeit bot, ist ein Denkmal, das seit ca. 25 Jahren ein fester Bestandteil der Essener Kulturszene ist. Wir merkten, dass wir uns wie das Jahr zuvor, an dieses wundervolle Bauwerk bereits gewöhnt und es lieb gewonnen hatten. Um es einfach auszudrücken, es ist die perfekte Location für solch ein hervorragendes „Szene – Festival“.
Der Einlass erfolgte pünktlich gegen 18:00 Uhr. Die Gäste fanden sich nach und nach in dieser wundervollen Örtlichkeit ein. Das geschmackvolle und schöne Foyer erwartete uns mit seiner stilvollen Cocktailbar. Auf der gegenüber liegenden  Seite präsentierten sich die Ausstellungen der Künstler von Michael Hutter, Daniel Bechthold und abARTig. Die Künstlerin Tanja, die hinter dem Projekt abARTig…denn artig kann jeder! steckt, war für die verhinderte Dresdener Fotokünstlerin Lilif Ilane Artwork in die heiligen Hallen der Zeche Carl eingezogen.
Rund um die glanzvollen  Ausstellungsflächen, gab es die Möglichkeit mit den außergewöhnlichen Künstlern  ins Gespräch zu kommen. Gemütliche Sitzgelegenheiten boten den Gästen auch ein längeres Verweilen im Foyer an, um die ihnen dargebotenen Kunstobjekte ganz in Ruhe in Augenschein zu nehmen. So war es auch in diesem Jahr wieder  sehr beeindruckend, und in der Tat außergewöhnlich und nur hier auf dem Melting Sounds Festival zu finden.

frNachdem sich die vorderen Reihen langsam schlossen, ging es pünktlich um18:30 Uhr los. So betraten die drei Künstler von The Foreign Resort  leise und fast unbemerkt die vernebelte Bühne. Mit hämmernden Beats zu „Onto Us“ ging es in die Vollen und man hatte das Gefühl, dass die drei Dänen es kaum erwarten konnten, ihrer musikalischen Darbietung endlich wieder ihren freien lauf lassen zu können. Es machte von Anfang an Spaß dieser jungen Band auf der Bühne zuzusehen und ihren Post Punk kombiniert mit elektronischen Klängen Gehör zu schenken. Perfekt abgestimmter Sound rundete den Gig ab. So ging es dann auch weiter, nach einem freundlichen Empfang des Essener Publikums und einem freundlichen „Hallo“ im allerfeinsten Deutsch, seitens Mikkel. Mit stampfendem Rhythmus leitete die Band die nächsten Songs ein. Das Publikum nahm diese heißen Beats gerne an und tanzte, teilweise mit vollen Körpereinsatz. Es war eine wahre Freude Mikkel, Morten und Steffan bei ihrer Performances zuzusehen und zuzuhören. Die Band macht eine mehr als ordentliche Figur und hatte sichtlich Spaß. Die Kombination aus ein wenig Syhntie, E- Gitarre und fetten Schlagwerk von Morton sind ebenso gut aufeinander abgestimmt, wie das Gitarren- und Bass Wechselspiel zwischen Mikkel und Steffan. Songs wie „Dead and Roads“, „She is Lost“ und „Flusehd“ brachten den Saal zum Kochen. Brillante Songs ohne merklichen „Live – Verlust“, die das Publikum mit viel Applaus und Pfiffen honorierte. Auch wir waren sehr beeindruckt und hofften das der Abend so weiter ging.
wits3Nach kurzer Umbauphase ging es dann auch mit der österreichischen Band Whispers In The Shadow weiter. Die Gothic und Wave Formation um Mastermind Ashley Dayour liebte es auch an diesem Abend eher dunkel und vernebelt. Und so wurde uns ein Post Punk, verwurzelt mit herrlichen Wave-Einflüssen präsentiert, die ich persönlich nur sehr selten Live auf die Lauscher bekam. So wurde hochwertiger Live-Düsterrock par excellence in Form von „The Arrival“, „Killing Time“, „Agent of Fall“ und The Lost Souls“ dargeboten. Whispers in the Shadow, die mittlerweile nicht mehr aus der Wave und Post Punk Szene wegzudenken sind. So verabschiedeten sich die Österreicher nach einem kurzweiligen Gig.
Uns ist währenddessen aufgefallen, dass die Räumlichkeiten in der die Konzerte stattfanden bei bisher jeder Band sehr gut gefüllt waren. Die 300 Gäste-Grenze schien hier gut überboten zu sein. So war auch vom Veranstalter zu vernehmen, dass es doch weitaus mehr Gäste waren, als in den Jahren zuvor. Das freute uns natürlich sehr und so soll es bitte auch in den Jahren die da noch kommen mögen, weiter aufwärts gehen.
SONY DSCWeiter ging es mit dem Auftritt der Psychedelic Pop-Rocker von The Convent. Lange hatte Mann und Frau von den „New Wave Dinos“ nichts mehr gehört. Umso mehr freute es uns die fünf Musiker einmal Live erleben zu dürfen.
Im Rahmen des 30-jährigen Bestehens ging die Band 2016 auf Jubiläumstour und gaben vier ausgewählte Konzerte im Land. 2017 sollte es nun auf dem Melting Sounds Festival auch ein ganz besonderer Auftritt werden. Die Musiker um Sänger Carlo van Putten präsentierten Songs wie  „Angel Of Wild Life“, „Chain Reaction“ und „First Impression Of The Westum hier nur einige zu nennen. In perfekter Manier aus „The Misson“ und “ The Chameleons“ ohne dabei ihren wahren The Convent-Charakter zu verlieren. Ein großartiger und überzeugender Auftritt, der leider viel zu schnell vorüber war.
Im Anschluss waren wir natürlich sehr gespannt auf das amerikanische Trio Cold Cave.
Nun wollten wir doch einmal wissen, was daran ist, das Cold Cave im Moment die Cold-New-Wave Minimal Electro Synth Szene so aufmischen und in aller Munde ist!
Die Bühne verdunkelte sich, die drei exzentrischen Musiker betraten die Bretter, ein mystischer Augenblick, gefangen von einer großen Erwartung! Ohne Intro und etwas teilnahmslos standen die Drei an ihren Keyboards bzw. am Micro. Für mich persönlich ein schwacher Start in den Gig. So ausdruckslos ging es dann auch weiter zur nächsten Nummer und meine Erwartungen wurden langsam aber sich etwas heruntergeschraubt. Ein schwacher Beat, der mich in der ganzen Zeit einfach nicht ergriff. Es fehlte ganz einfach der „Druck“!  Mit Stücken wie „Love Comes Close“, „A Little Death To Laugh“ und „Confetti“ hauten sie ihre „Gassenhauer“ raus. Etwas lustlos ging es, seitens der Band, dann von Stück zu Stück. Die Tracks wurden nach und nach abgespielt, mal mehr mal weniger mit etwas Atmosphäre, aber für mich nicht ausreichend. Meine Bedenken zu hochgejubelten Minimal Electro Synth amerikanischen Bands hatte sich mal wieder bestätigt. Viel heiße Luft um Nix.
Das Publikum tanzte jedoch zu den rhythmischen, teils hypnotisierenden Beats. Es schien vielen Besuchern wirklich zu gefallen.
Was mich ehrlich gesagt etwas verwunderte. So verschieden sind eben die Geschmäcker und das ist auch sehr gut so!
tfs3Die Uhr zeigte mittlerweile 23:15 Uhr. Somit war es dann auch  Zeit für den „Headliner“ The Fair Sex aus Essen. Ein sogenanntes Heimspiel für die Dark Wave Band um den „Superviser“ Myk Jung. Ihre größten Erfolge errang sie Mitte der 80er- bis Mitte der 90er-Jahre – und in dieser Woche feierten sie ihr über 30-Jähriges Bandjubiläum auf dem Melting Sounds Festival in der Zeche Carl in Essen. Trotz plötzlicher Erkrankung ihres Gitarristen “ Lawrence“,  ließ es sich die Band nicht nehmen Marten, von der Band Lotus Feed zu rekrutieren, der sich in nur wenigen Tagen die Setlist für den Festivalabend in der Zeche assimilierte. Mit 17! Tracks wie unter anderem „Alaska“, „The Black Anger“, „In The Desert“ und „The Jumping“ heizten die Jungs der Zeche mal wieder richtig ein.

Unter dem Strich war das Melting Sounds Festival Vol III ein extrem tanzbares und erfrischendes Festival. In einer sehr angenehmen Umgebung. Ja, man kann fast sagen, dass es etwas Familiäres hatte. Denn welcher Veranstalter läuft schon durch das Publikum um Süßigkeiten zu verteilen? Es traten fünf Bands auf, die sich Live mehr oder weniger  lohnten. Es machte aber in der Mehrzahl einfach nur Spaß. Die Musik war ehrlich und durchdringend. Wir müssen auch noch betonen, dass der Sound unglaublich gut war. Da hatte sich zum letzten Jahr doch einiges verbessert. Ein Kritikpunkt gibt es von uns für das bescheidene Bühnenlicht. Es ist klar, dass gerade im Gothic- und New Wave Genre viel Wert auf Atmosphäre gelegt wird, aber dennoch ist es für die anwesenden Fotografen mehr als schwer geworden vernünftige Fotos zu schießen. Vielleicht beim nächsten Mal etwas mehr Spot von vorn.
Wir wären wirklich froh, wenn es bei andere Veranstaltungen ebenso sein würde wie hier an diesem Abend in der grandiosen Zeche Carl.
Es bleibt abschließend allen Beteiligten diesen Abends, ob Künstler, Publikum und auch den freundlichen und fleißigen Mitarbeitern des Festivals schöne Osterfeiertage zu wünschen. Auch vielen Dank an die Veranstalter, dass wir von Indepenent Sounds ein Teil dieses großartigen Festivals sein dürfen und durften!
Wir blicken auf jeden Fall positiv in das nächste Jahr und können schön heute sagen: „Viel Spaß und Freude auf dem Melting Sounds Festival am 10.02.18“!

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