Interview mit The Fair Sex

Veröffentlicht: 17. März 2017 von steffischaaf in Interview, Veranstaltungen
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tfs_logoWir hatten die Ehre die Urgesteine Myk und Blonder der unvergleichlichen und unverwechselbaren Gothic Rock Band „The Fair Sex“ zum Interview begrüßen zu dürfen.
Seit mehr als 30 Jahren, abgesehen von einer kurzen Unterbrechnung, sind sie ein fester Bestandteil der europäischen „dunkel“ Szene.

Independent Sounds:
Herzlich Willkommen zu unserem heutigem Interview. Schön, dass Ihr für uns und unsere Leserinnen und Leser etwas Zeit gefunden habt.

Wir hoffen, Euch und den anderen Bandmitgliedern geht es gut und Ihr genießt die überaus positive Bilanz eurer Wiedervereinigung 2013 bzw. den Erfolg des letzten Albums „Unreleased & Rarities“ und der Veröffentlichung der DVD „1. Night Of Darkness“.
Anlässlich Eures 30-jährigen Bandjubiläums wart ihr in den letzten Jahren auf einigen ausgewählten Festivals live zu erleben.
Gibt es eine Veranstaltung, die Euch besonders in Erinnerung geblieben ist? Im positiven als auch im negativen Sinn?

The Fair Sex – Myk:
Neben den ausgewählten-Festival-Teilnahmen gab es noch einige Einzelgigs. Verzeiht den Standard: von jedem einzelnen Konzert werde ich besondere Highlight-Momente im Gedächtnis behalten. Der Auftakt in der Agra-Halle aufm WGT 2014 war indes – als Comeback-Show nach einigen Jahren Live-Pause – von einem ganz speziellen Gefühl des Prickelns erfüllt. Eine Erinnerung im negativen Sinne fällt mir im Augenblick nicht ein – ich nehme an: deshalb, weil es womöglich keine gab.

The Fair Sex – Blonder:
Oder um es andersrum zu formulieren: Ich genieße die Erinnerung an jeden einzelnen Moment dieser letzten Jahre. Bis auf den Moment, in dem ich mir im vergangenen Jahr mal ein Mikrophon vors Gebiss geknallt habe. Und das war – ohne zu übertreiben – der einzig doofe Augenblick.

INS:
Euer Weg führt Euch außerdem dieses Jahr am 25.03.217 auf das wundervolle Melting Sounds Festival in die schöne und Euch bestens bekannte Stadt Essen.
Wird es für euch ein besonderer Moment sein, mal wieder vor heimischem Publikum aufzutreten? Handelt es sich hierbei doch um ein sogenanntes „Heimspiel“?

TFS-Blonder:
Ich habe mich stets als Kind des Ruhrpotts, dieser großen, geilen Stadt gesehen. Wir hatten ja jüngst Auftritte in Bochum und Mülheim. Aber, liebe Nachbarn im Osten und Westen, nehmt’s mir nicht übel: Ein Gig in Essen ist jetzt, nach gefühlten Jahrhunderten, doch etwas ganz, ganz Besonderes – so richtig mit Herzklopfen und Tränen der Rührung in den Augen.

INS:
Was erwartet ihr von eurem Auftritt in der überaus wundervollen Location „Zeche Carl“? Bzw. was dürfen die Fans erwarten? Wird es sogar neue Stücke von The Fair Sex geben?

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by Tom Steinchen

TFS – Myk:
Als Archivar und Chronist der Band – womit ich den anderen nicht selten auf den Senkel gehe – fallen mir hierzu direkt unsere vorhergehenden Konzerte in dieser stets grandiosen Location ein: jene ausm Juni 1988, dem November 1993 und dem Oktober 2002. Im September 1996 spielten wir dort überdies mit unserem Industrial Metal-Projekt Testify – und das war’s schon! Eigentlich verblüffend wenig. Jedes dieser Konzerte hatte sein eigenes, besonderes Flair! Welches Flair am 25. März dazukommt, werden wir ja sehen! Zum Gig selber: Wir werden ein Live-Set spielen, welches wir in dieser Zusammenstellung noch nie zuvor darboten. Und mehr sollte man noch nicht verraten.

INS:
Welche Rolle spielen für euch Live-Auftritte und was empfindet ihr dabei?

TFS – Blonder:
Für mich sind Live-Auftritte die Höhepunkte künstlerischen Wirkens. Dem Musiker wird das große Glück zuteil, dass er mit seinem Publikum jedes Mal neu der Geburt seines Werkes beiwohnen darf – ein Architekt, Bildhauer, Autor, Maler kann sein Geschöpf nur ein einziges Mal, und das im stillen Kämmerlein, vollenden.

INS:
Ist Lampenfieber für euch noch ein Thema?

TFS – Blonder:
Wäre die Frage vor ein paar Monaten gekommen, hätte ich gesagt: „Nee, nee, das ist zum Glück vorbei.“ Und nun sitze ich hier, blicke drei Fragen zurück zur Heimspielfrage und Schluck! da ist es wieder, wie früher: mit feuchten Fingerspitzen, Herzklopfen und allem, was dazu gehört.

TFS – Myk:
Wäre die Frage vor ein paar Monaten gekommen, hätte ich geantwortet: „Es gibt in unserem Bandkreis nur einen, der seit eh und je lampenfiebrig durch die Backstage stampft – und das bin leider ich.“ Doch seit vor kurzem hat sich ja Blonder wieder zu mir gesellt. Hilft es einem von uns? Wahrscheinlich nicht. Mit seinem Lampenfieber ist man immerzu allein. Vielleicht ist diese Bühnenangst hilfreich; so zumindest sagen ja viele Leute: Lampenfieber hält den Adrenalinspiegel hoch, ist im Endeffekt positiv. Doch eins kann ich als Experte dazu sagen: In der letzten Stunde vor dem Gig erscheint dir das Lampenfieber wie ein Fluch – und sonst nichts. Glücklicherweise aber ist es in den letzten Jahren deutlich schwächer geworden.

INS:
Wie geht es 2017 mit The Fair Sex weiter? Gibt es bereits Planungen für ein neues Album, und wird es noch eine weitere Tour geben?

TFS – Myk:
Im Jahr 2014 gab es lediglich die Idee, mit der „Unreleased & Rarities“-Veröffentlichung eine Lücke für Fans oder Chronisten – also für uns selber (zwinkern)
– zu schließen, und mit einer Abschlusstournee dem Phänomen The Fair Sex quasi ein würdiges Ausklingen angedeihen zu lassen. Allerdings – schöne Sache! – merken wir in letzter Zeit, dass uns diese Aktivitäten angefixt haben: wenigstens noch ein bisschen weiter zu machen. Pläne gibt’s also keine. Wir gucken einfach mal, wohin uns dieses Angefixtsein führen wird.

INS:
Was motiviert Euch, immer wieder weiterzumachen? Was inspiriert Euch?

TFS – Blonder:
Es ist die Leichtigkeit und der Spaß, die in neuerer Zeit hinzugekommen sind, die – nun ja – nahezu süchtig machen. Der Druck früherer Jahre, die Musikwelt bezwingen zu müssen, ist dem Verständnis gewichen, dass wir alle – Publikum, Veranstalter und Band – zusammen kommen, um einen Haufen Spaß zu haben. Wenn’s nach mir geht, steh ich noch in zwanzig Jahren mit einem Rollator (lieber natürlich ohne) auf der Bühne.

Vielen Dank für Eure Zeit. Wir freuen uns sehr, Euch in Essen live erleben zu dürfen!
Die letzten Worte gehören Euch! Gibt es etwas, was Ihr euren Fans oder denen, die es noch werden wollen, sagen wollt?

Blonder: Obacht! Ein Schalker sitzt am Mischpult.

Liebe Grüße! – and thanks again!
Myk

Wer noch viel mehr über das tolle und einzigartige Melting Sounds Festival in Essen erfahren möchte, hat auf Facebook und auf der Homepage des Veranstalters und natürlich mit uns von Independent Sounds die Möglichkeit, sich zu informieren und/oder mit einem der freundlichen Admins in Kontakt zu treten.

The Fair Sex – You Tube Video

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