Interview mit Michael Hutter

Veröffentlicht: 11. März 2017 von steffischaaf in Interview, Veranstaltungen
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by Roman Kasperski

Michael Hutter – Ein kreativer, außergewöhnlicher Kopf aus Dormagen. Dieser Maler hat ein sehr spezielles Themengebiet und ist mittlerweile in der Kunstszene kein unbeschriebenes Blatt mehr. Er stellt sich und sein künstlerisches Schaffen in unserem Interview vor. Wer seine Werke einmal Live bestaunen möchte, Michael Hutter wird ebenfalls am 25.03.2017 mit seinen Kunstwerken zu Gast beim Melting Sounds Festival in Essen sein.

Independent Sounds: Hallo Michael, schön dass Du Dir Zeit für uns genommen hast, um Dich und Dein Wirken unseren Leserinnen und Lesern etwas näher zu bringen.

INS: Stell Dich doch bitte mal kurz unseren Leserinnen und Lesern vor.
MH: Ich bin 53 Jahre alt, zwar in Dormagen geboren, lebe aber seit meiner Kindheit in Köln. Hier habe ich auch freie Kunst studiert, damals, als es diesen Bereich an der Fachhochschule noch gab. Das Studium hat mir allerdings nicht sonderlich viel gegeben und ich empfinde mich eher als Autodidakt.

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INS: Beschreibe doch mal bitte was genau Du machst?
MH: Ich setze mich meinen Begierden, Ängsten, Obsessionen aus, wobei die Schwerpunkte dessen was mich fasziniert im Bereich des Kuriosen und Abseitigen insbesondere von Kunst, Religion und Erotik liegen. Ich mache mich sehr offen für die Welt und für mich selbst, sauge alles was mir dabei begegnet tief in mein Inneres wo es im Unterbewussten, der Logik von Träumen und Alpträumen folgend, vermengt wird. Schließlich forme ich das was aus diesen Tiefen wieder aufsteigt auf der Ebene des Bewusstseins zu Bildern und Geschichten, die ich dann noch malen, zeichnen oder aufschreiben muss.

INS: Wie bist Du zu Deiner Kunst gekommen? Seit wann betreibst Du sie?
MH: Ich habe mich im Alter von dreizehn Jahren entschieden Künstler zu sein. Auslöser war die Entdeckung des Surrealismus. Ich steckte damals in ziemlicher innerer Not, hatte noch mit den traumatisierenden Erfahrungen zu kämpfen, die mir auf der katholischen Grundschule eingepflanzt worden waren, war verwirrt von der einsetzenden Pubertät und den geheimnisvollen Begierden und Wünschen die sie mit sich brachte. Da war der Surrealismus wirklich eine Offenbarung für mich, er gab mir die Möglichkeit meine Träume über die Realität zu stellen und auch Verbotenes und sogar völlig Unmögliches wirklich werden zu lassen.

hideandseekgrossINS: Da Du weitläufige Themengebiete hast, wie z.b Ölbilder, Graphiken oder Cover Artwork um nur einige zu nennen, gibt es da sicherlich gewisse Vorlieben. Welche sind das und welche Techniken und/oder Materialien werden von Dir dabei verwendet?
MH: Der Schwerpunkt meiner Arbeit liegt immer noch in der Ölmalerei. Die bietet mir malerisch die vielfältigsten Gestaltungsmöglichkeiten. Allerdings habe ich um die Jahrtausendwende auch das Schreiben von Geschichten für mich entdeckt, immer noch eher ein Randbereich meiner Kunst, aber ich denke, dass die Melchior Grün Moritaten und die neuen Kranzedan Miniaturen zu meinen besten Arbeiten gehören.

INS: Deine Arbeiten sind unter anderem ja sehr düster und mystisch. Wie lässt Du Dich da inspirieren? Was fasziniert Dich an der Malerei und an der Kunst? Was empfindest Du beim Malen und Arbeiten?
MH: Ich kann nicht viel damit anfangen, wenn meine Kunst als düster bezeichnet wird. Düster ist die Tagesschau oder vieles was in den Nachrichtenmagazinen steht. Düster sind die Taten jener die anderen ihren Glauben und ihre Überzeugungen aufzwingen wollen, oft mit Gewalt. Ich bin Maler und Geschichtenerzähler und auch wenn das was ich zu sagen habe nicht immer nett und leicht ist, ist es doch Kunst, tut niemandem weh und zwingt niemandem irgendetwas auf. Düster ist Kunst nur, wenn sie sich in den Dienst der Propaganda für Zwangssysteme und Ideologien stellt. Meine Arbeit wird aber eher von Zweifel und Skepsis befeuert und ist damit eigentlich das Gegenteil von düster.

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INS: Durch Einzelausstellungen hast Du natürlich Deine Werke bereits in Szene setzen können. Wie waren die Resonanzen? Was sagen die Betrachter zu Deinen Stücken? Ist Dir eine Ausstellung besonders in Gedanken hängen geblieben?
MH: Na, was die Betrachter meiner Arbeiten so empfinden beantwortet ihr am besten selbst, wenn ihr sie euch anseht. Am besten natürlich die Originale auf einer Ausstellung, zum Beispiel jetzt auf dem Melting Sounds Festival. Nach Absprache freue ich mich aber auch über Atelierbesuche, oder ihr schaut ganz einfach im WWW bei mir vorbei, auf meiner Website
www.kunstkrake.de oder meiner FB site: www.facebook.com/kunstkrake oder meinem Youtube Kanal: www.youtube.com/channel/UCDYAGO2aFS8zHQe-blURThw

INS: Gibt es Kunstschöpfer, die Du besonders schätzt?
MH: Klar gibt es die, sogar eine ganze Menge. Das wäre eine lange Liste, wenn ich da gerecht sein wollte und ziemlich ermüdend zu lesen…

INS: Welche Werke zieren die Wände Deiner Wohnung?
MH: Offengestanden, hauptsächlich meine Eigenen.

INS: Ist Deine Kunst zu erwerben? Wenn ja, wie können die Käufer mit Dir in Kontakt treten?
MH: Ja, meine Kunst ist käuflich! Davon lebe ich ja. Kontakt über meine obenerwähnten Webseiten oder per Email: mhutter@kunstkrake.de

INS: Wir danken Dir, dass Du uns einen kleinen Einblick in Dein künstlerisches Leben und uns Frage und Antwort gegeben hast. Wir freuen uns schon sehr darauf Dich und Deine Kunstwerke auf dem Melting Sounds zu sehen.
MH: Ich danke auch!

Wer noch viel mehr über das tolle und einzigartige Melting Sounds Festival in Essen erfahren möchte, hat auf Facebook und auf der Hompage des Veranstalters und natürlich mit uns von Independent Sounds die Möglichkeit sich zu informieren und/oder mit einem der freundlichen Admins in Kontakt zu treten.

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