Fundstück der Woche: Grey Phosphor

Veröffentlicht: 15. Januar 2017 von steffischaaf in Bandportrait, Fundgrube, Interview
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greyphosphor_logoIm letzten Jahr entdeckten wir auf einer Compilation die Ravensburger Band Grey Phosphor. Begeistert von den Punk- und Waveeinflüssen nahmen wir die CD Achtung!Achtung! auseinander und diese auch uns. Wir haben mit Christian ein kleines Interview geführt, in dem er sich und seine Truppe näher vorstellt.

Wer steckt hinter Grey Phosphor?
Grey Phosphor sind Moby am Bass und Gesang, Robi am Schlagzeug und meine Wenigkeit (Christian „Kiwi“) an der Gitarre und am Gesang. Wir haben bislang vor allem in Punkbands gespielt, aber Moby und ich stehen schon seit unserer Jugend (was dann in etwa Ende 80er bzw. Anfang 90er bedeutet) auch auf düsteren Sound a la Sisters, Cure, was man damals eben auch als Punk so mitgenommen hat. Nach über 20 Jahren haben wir dann dem Verlangen, selbst in der Richtung was zu machen, nachgegeben. Robi kam dann ein paar Monate später dazu und gibt uns den richtigen Kick dazu.

Wie würdet ihr Eure Musik beschreiben?
Ich denke, eine Mischung aus Postpunk, Goth und Synthiepop könnte es ganz gut treffen.

Was macht Euer Projekt besonders?
Im Endeffekt muss das der Zuhörer oder Zuschauer für sich entscheiden, aber für mich ist es besonders, dass wir uns keinen musikalischen Grenzen unterwerfen. Das heißt, wir machen einfach Songs, die für uns passen. Klar geht die Richtung bei Grey Phosphor ins Melancholische und Düstere, aber wenn wir denken, ein juchzender Jodler passt an dieser Stelle in jenen Song, dann kommt der da rein.

Was und wen wollt ihr mit Euren Songs erreichen?
Ich freue mich über jeden, dem unsere Musik gefällt. Gut, auf Nazis auf unseren Konzerten können und wollen wir verzichten, aber ansonsten sind wir da offen. Natürlich ist das Publikum eher schwarzgewandet und es sind auch Punks dabei, aber wer im Hawaiihemd kommt, ist auch willkommen.

Was hat Euch bewogen Musik zu machen?
Hm, das ist ja schon ewig her, dass wir damit angefangen haben, und war wohl einfach die Liebe zur Musik und der Drang das selbst zu machen. Und Eindruck schinden bei Mädchen, vielleicht hatte das auch was damit zu tun.

Was macht gute Musik für Euch aus?
Ich spreche da jetzt mal nur für mich (wobei es bei den anderen ähnlich sein mag): Das ist ganz unterschiedlich. Ich mag Musik total gerne, die Atmosphäre schafft. Das kann ganz klassisch Cure, Fields Of The Nephilim, Nick Cave oder auch elektronisch wie Front Line Assembly sein, um nur mal ein paar zu nennen. Aber auch im Punk- und Hardcorebereich gibt es da Bands, die das schaffen. Es kann aber auch eine geile Dynamik sein, mit der mich eine Band umhaut. Wichtig ist vor allem Authenzität, die sollte immer gegeben sein.

Welche Bands beeinflussen Euch? Welche Alben haben Euch geprägt oder begeistert?
Moby und ich schreiben ja die Songs und wir haben da unterschiedliche Einflüsse, aber in einer Schnittmenge finden sich Schwefel (der Song Metropolis ist der Hammer!), The Cure, The Sisters of Mercy, Clan of Xymox, …

Welche Musik hört Ihr zu Hause, unterwegs oder beim Sport?
Also, bei mir ist das ganz unterschiedlich und stimmungsabhängig, schwerpunktmässig aber schon Independent, Postpunk, Goth und Punk. Manchmal auch härtere Sachen oder auch mal Klassik. Beim Sport kommt Ministry, Entombed oder Rich Kids on LSD sehr geil.

greyphosphor_bandEine Band durchläuft stets Höhen und Tiefen. Was war der absolute Höhepunkt in der Vergangenheit und was der bitterste Tiefpunkt?
Ein Höhepunkt war sicherlich unsere erste Show: Wenn man sich bislang im Punk getümmelt hat und das erste Mal mit anderer Musik auftritt, ist das schon eine spannende Sache und die Party war super.
Einen Tiefpunkt gab es direkt ein paar Monate, nachdem wir angefangen haben, als Moby sich bei einem Treppensturz so den Arm aufgerissen hat, dass wir einige Monate nichts machen konnte. Aber das ist ja überstanden.

Was ist für die Zukunft geplant? Welche Ziele habt Ihr Euch selbst gesteckt? Was steht als nächstes an? Tour? Studio?
Wir versuchen, in nächster Zeit mehr Shows zu spielen, das gestaltet sich aber etwas mühsam. Wir haben aufgrund unserer musikalischen Vergangenheit vor allem Kontakte zu Punkbands und -clubs, nicht so sehr im schwarzen Bereich. Und müssen da einfach etwas fleissiger werden.
Also, wenn jemand Bock hat, wir spielen gerne bei Euch!
Außerdem sind wir dabei, neue Songs zu schreiben. Das zieht sich etwas, da wir natürlich wie alle anderen beruflich ziemlich eingespannt sind und ich viel unterwegs bin, aber es gibt schon ein paar richtig geile neue Nummern, an denen wir dran sind.

Welche Rolle spielen für Euch Live-Auftritte und was empfindet Ihr dabei?Live ist geil, Du spürst die direkte Reaktion des Publikums, Du kannst Party machen, Du kannst anschließend reden, Kontakte knüpfen. Dafür machen wir das. Auch nach 25 Jahren bin ich noch nervös vor der Show, aber das muss so sein.

Was fällt Euch als Erstes zu folgenden Begriffen ein?
Musik: Lebensbegleiter für jede Situation (es gibt aber auch stille Momente)
Kindheit: Meine? Ewig her.
Blockade: Weißes Blatt Papier
Auftritt: Freude und Spannung
Heimat: Unabhängig von einem Land oder einer Stadt einfach da, wo man sich wohl fühlt.

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