Interview mit Spielbann

Veröffentlicht: 9. Oktober 2016 von guidowein in Allgemein
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spielbann-schriftzug3Wer seit dem Jahre 2000 aufmerksam die schwarze Szene verfolgt hat, der kennt sie vielleicht schon: Spiebann ist eine Band aus dem schönen Saarland. Ihr Düster-Rock verzaubert mittlerweile Tausende von Fans. Ihre Songs bestechen durch brillante Texte und durch das Erzählen von düsteren, schönen Geschichten.
Wir hatten die Möglichkeit, Nic und Seb von Spielbann für Euch im Rahmen des Autumn Moon Festivals in Hameln am 14.10 – 15.10 mit unseren Fragen zu löchern. Lasst euch von den sympathischen Musiker mitreißen und genießt das tolle und ausführliche Interview von und mit Spielbann.

Independent Sounds:
Wer steckt hinter Spielbann?
Nic: Wir sind Lias Schwarz (Gitarre und Programmings), Spyke Sinister (Bass und Texte), Pi (Schlagzeug), Seb Storm (Gesang) und Nic Frost (Gesang).

INS:
Wie würdet ihr Eure Musik beschreiben?
Seb: Rockmusik mit düsteren deutschsprachigen Texten und Orchester- Elementen.

INS:
Was macht Euer Projekt besonders?
Nic: Das dürfen gerne andere entscheiden… aber ich habe mal gehört, dass es besonders sei, in dieser Musikrichtung ein gleichberechtigtes Gesangspaar an der Front zu haben. Seb und ich können somit verschiedene Rollen einnehmen und gesanglich unsere Geschichten aus verschiedenen Perspektiven „erzählen“. Das macht riesigen Spaß!

INS:
Was und wen wollt ihr mit Euren Songs erreichen?
Nic: Ich teile gerne meine Leidenschaft für Gruselstorys. Wer auch gerne in die seelischen Abgründe des Menschen blickt oder auf Geistergeschichten steht, ist herzlich dazu eingeladen. Darüber hinaus bedeutet es mir persönlich sehr viel, wenn sich Menschen von unserer Musik haben „berühren lassen“ und uns das auch zeigen. Ja, vielleicht sind es die Tiefsinnigen, die es schon wissen oder eben die, die ihre Tiefsinnigkeit erst noch entdecken wollen, die wir erreichen möchten.
Seb: wir tauchen in unseren Liedern gerne in die Abgründe der Seele ein. So geschehen auf unserem letzten Album „In Gedenken“. Wenn wir da nun über Stalking oder häusliche Gewalt singen, dann wollen wir auch darauf aufmerksam machen, dass es das gibt und man nicht wegschauen sollte – aber wir verstehen uns nicht im Kern als gesellschaftskritische Band. Wir wollen Menschen in unseren Bann ziehen, vor der Stereoanlage, Boombox oder vor der Bühne – daher auch der Name Spielbann.

INS:
Was hat Euch bewogen Musik zu machen? Wie kam es zur Entstehung von Spielbann?
Seb: In der heutigen Band befinden sich noch zwei Gründungsmitglieder: Spyke und ich. Wir sind schon seit Jungendtagen miteinander befreundet und musizieren auch schon genau so lange miteinander. Alle anderen Bandmitglieder sind nach und nach zur Bande gestoßen. Meistens kannten wir uns vorher schon, mochten und respektierten uns und teilen jetzt eine große gemeinsame Leidenschaft: das Erzählen von dunklen Geschichten.

INS:
Was macht gute Musik für Euch aus?
Nic: Ich finde Musik gut, die mich emotional berührt, egal welche Emotionen. Am liebsten mag ich es, wenn ich mich ab und zu auch in Texten wieder finden kann. Wichtig ist mir auch, dass auch echte Instrumente zu hören sind. Ich finde es toll, wenn Musiker ihr Instrument beherrschen.

14608197_10210670293897701_1869329663_nINS:
Welche Bands beeinflussen Euch? Welche Alben haben Euch geprägt oder begeistert?
Seb: Ich bin, dank Eltern die noch das Ende der Hippie-Zeit mitgenommen haben, ziemlich folkig aufgewachsen und hab mich dann von Punk über Metal in die düstere und mittelalterliche Ecke vorgearbeitet. Anfang der 2000er waren Subway to Sally gerade groß bei mir und ich fand es sehr reizvoll, diese Art der Musik mit dunkleren Tönen zu kombinieren. Janus hat mich mit dem Werk „Nachtmahr“ da sehr beeindruckt. So hat sich denn auch unsere Musik mit der Zeit entwickelt.

INS:

Im Herbst startet Ihr mit der HeimSuchungs-Tour und macht u.a auch Halt in Hameln beim Autumn Moon Festival. Wie seid Ihr auf das Festival aufmerksam geworden? Seid Ihr bereits schon einmal in Hameln gewesen? Was verbindet Ihr mit dem Ort und wie stellt Ihr euch die Location vor? Was erwartet Ihr von dem Festival?
Seb: Ich habe mich sehr gefreut, dass wir auf dem Autumn Moon spielen können. Wir haben auf unserem ersten Album dem berühmten Rattenfänger der Stadt ein Lied gewidmet und auch der Album-Titel „Seelenfänger“ selbst, spielt mit der Geschichte. Damit wäre auch klar, was der geneigte Besucher vor Ort dringend erwerben muss.
Nic: Ich kenne nur die Sage um Hameln, hatte nie die Gelegenheit, die Stadt einmal selbst zu besuchen. Ich freue mich deshalb sehr, auch dieses bekannte Fleckchen mal zu sehen. Dass es dieses Festival gibt, habe ich im Internet zuerst erfahren. Die Location…es wird wohl kühl sein in dieser Jahreszeit. Deshalb freue ich mich, dass es ein Indoor-Festival ist. Von allem anderen lasse ich mich gerne überraschen- ich bin sehr gespannt.

INS:
Die Vorproduktionen zu Eurem neuen Album sind bereits abgeschlossen und erneut konntet Ihr auf die Unterstützung Eures „Mentors“ Asp zählen. Was bedeutet Euch die Zusammenarbeit mit ihm und was können Eure Fans vom neuen Album erwarten? Wann wird es voraussichtlich erscheinen?
Nic: Die Zusammenarbeit mit ihm bedeutet für uns, viel zu lernen, Dinge gewollt zu ändern aber auch Dinge bestätigt sehen und so zu belassen. Es gibt so viele Fragen, die man hat, wenn man einen Plattenvertrag eingeht. Wir sind froh, dass Asp uns so geduldig und emphatisch zur Seite steht.
Das Album „Die Ballade von der ‚Blutigen Rose“‘ wird in den nächsten Monaten erscheinen, der genaue Termin wird bald noch bekannt gegeben. Es erwartet Euch ein Sammelwerk aus verschiedenen Märchen für die allerdunkelsten Stunden. Zur Zeit sind wir damit im Studio und Asp wird auch auf dem Album zu hören sein. Eine große Ehre für uns!

INS:
Eine Band durchläuft stets Höhen und Tiefen. Was war der absolute Höhepunkt in der Vergangenheit und was der bitterste Tiefpunkt?
Seb: Darüber haben wir noch nie als Band im Gesamten philosophiert. Ich bin seit Beginn bei Spielbann und natürlich gab es da auch schwere Zeitenbei uns. Ich bin ein Harmoniemensch daher waren die seltenen Streitigkeiten für mich immer Tiefpunkte. Auf der anderen Seite war das gesamte Jahr 2015 für mich ein einziger Höhepunkt. Die super Tour als Special Guest von ASP vor begeisterten Fans war ein einziger Adrenalinrausch. Und davon hatten Nic und ich noch die große Ehre zusammen mit ASP auf dem Mer’a Luna den Song „Werben“ vor ausverkauftem Festival zu singen. Das war Gänsehaut.

INS:
Was ist für die Zukunft geplant? Welche Ziele habt Ihr Euch selbst gesteckt? Was motiviert Euch stetig weiterzumachen?
Nic: Es ist einfach mega gut, wenn man seine eigenen Ideen verwirklichen kann und immer mehr dazu lernt, um es noch besser zu machen. Das treibt mich persönlich am meisten an. Ich möchte in Zukunft noch mehr Erfahrung im Songwriting machen- das ist wirklich was wunderschönes! Einer unserer Wünsche ist, noch mehr auf Festivals zu spielen- mal sehen, ob es klappt.

INS:
Welche Rolle spielen für Euch Live-Auftritte und was empfindet Ihr dabei?
Nic: Live spielen und Feedback von den Zuschauern während einem Song zu bekommen ist das Größte überhaupt: Für mich der Moment, in dem Du merkst, dass die Leute Deine Textpassagen mitsingen können. Gemeinsam mit der Meute abrocken bis der Arzt kommt und auch mal gemeinsam nachdenklich sein und Gänsehaut bekommen… das brauchen wir.
Seb: ich nicke heftig!

INS:
Ist Lampenfieber nach so vielen Gigs noch ein Thema für Euch?
Nic: ABER HALLO! Ich frage mich jedes Mal, warum ich mir das überhaupt antue! Wenn ich dann auf der Bühne bin, erinnere ich mich sofort wieder… zum Glück!
Seb: ich bin bis ein-zwei Stunden vor dem Gig null nervös, sondern voller Vorfreude. Dann kommen zwei Stunden mit nassen Händen und leichtem Herzrasen das endet dann erst auf der Bühne. Da bin ich im Glückstunnel und empfinde eigentlich nur Genuss.

INS:
Was fällt Euch als Erstes zu folgenden Begriffen ein?
Musik: Nic: Ein treuer Freund
Seb: frei nach Robert Miles: Music was my first love…

Kindheit: Nic: Musik, Geborgenheit und mutig sein
Seb: draußen, entdecken, geliebt werden

Blockade: Nic: Komisch, ausgerechnet da muss ich zu lange überlegen (lacht)
Seb: bei mir auch das weiße Blatt

Auftritt: Nic: Nervosität
Seb: Geil!

Heimat: Nic: Familie
Seb: Heimat ist, wo ich die Augen glücklich zumache

Vielen lieben Dank für das Beantworten!

 

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