Fundstück der Woche: Circus of Fools

Veröffentlicht: 18. September 2016 von steffischaaf in Fundgrube, Interview
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logo circusZum Autumn Moon Festival in Hameln kommen ganz besondere Musiker aus Tübingen. Die Mitglieder der Gothic/Melodic Death Band Circus of Fools überzeugen nicht nur durch die Musik, sondern auch mit ihren ausgewöhnlichen Outfits und Shows. Dominik und Tim stellen sich und ihre Band vor:

Wer steckt hinter Circus of Fools?
Tim: Ein ziemlich bunter, zusammengewürfelter Haufen mit dem gemeinsamen Ziel wirklich coole Musik zu machen und ordentlich Spaß auf der Bühne zu haben. Das macht den Reiz dieser Band aus. Dass es funktioniert hat wohl vor allem damit zu tun, dass wir alle sehr offen sind für neues.

Wie würdet ihr eure Musik beschreiben?
Dominik: Harter aber melodischer (Tim: und düsterer) Metal ohne Genregrenzen. Die Einflüsse sind so verschieden wie wir als Personen und Musiker und reichen von fernöstlichen Klängen, Folk über Gothic bis hin zu elektronischen Spielereien.
Tim:
Unsere Musik ist wie der Zirkus den wir verkörpern: Eine wilde Reise voll von überraschenden Momenten.

Was macht euer Projekt besonders?
Tim:
Unsere Show! Wir stecken viel Zeit ins Bühnenkonzept und versuchen dieses ständig weiter zu entwickeln. Natürlich gibt es da Grenzen und der Kopf will häufig noch viel mehr als der Geldbeutel hergibt aber es ist ein dauernder Prozess der scheinbar ganz gut bei den Zuschauern ankommt. Was ist denn die Aufgabe von „Narren“ (engl. Fools)? Den Menschen einen etwas unbequemen aber witzigen Spiegel vorzuhalten und dabei zu unterhalten. Wir vermitteln eine ruppige und dreckige Wahrheit indem wir wie eine fahrende Zirkusgruppe in einer postapokalyptischen Dystopie unser Unwesen treiben. Das ist Ernst und Party zugleich!

Was und wen wollt ihr mit Euren Songs erreichen?
Dominik: Alle natürlich! Wir stehen für eine gerechtere, sozialere und antifaschistische Gesellschaft und zeigen dies auch deutlich in den Texten oder Ansagen während unseren Shows. Ich denke gerade bei Betrachtung der aktuellen nationalen und weltweiten Entwicklungen kann es davon nicht genug geben.
Tim:
Vornehmlich wohl all jene die offenherzig sind und verrücktes wertschätzen. Ich liebe es wenn ältere Damen, rebellische Punk-Backfische, der böseste Metalhead und viktorianische Edelgoths zusammen feiern, das ist gelebte Vielfalt! Es kann mir nie Bunt-Schwarz genug sein.

Was hat Euch bewogen Musik zu machen?
Tim: Das ist ne Frage, welche sich nicht so gut allgemein beantworten lässt. Ich für mein Teil bin damit aufgewachsen, meine Mutter ist klassische Cellistin… Musik war immer präsent im Haus.

Was macht gute Musik für euch aus?
Dominik:
Abwechslungsreichtum und Kreativität – einfach mal neue Wege gehen. Außerdem gefällt mir persönlich Musik, die eine gute Atmosphäre erzeugt. Etwas düster oder verträumt darf es gerne sein.
Tim:
Und man darf durchaus merken, dass sehr viel Arbeit rein gesteckt wurde. Nur wer Zeit investiert wird süße Früchte ernten… oder so ähnlich.

Circus of fools-001Welche Bands beeinflussen euch? Welche Alben haben euch geprägt oder begeistert?
Dominik: Das ist bei uns wohl ziemlich verschieden. Generell hat da jeder seine favorisierten Bands. Ich denke als größter gemeinsamer Nenner könnte der schwedische Melo-Death genannt werden.
Tim:
Noch so ne verdammt schwierige und ambivalente Frage. Bei uns findest du von Jamiroquai, Katatonia über Kataklysm bis Eminem alles in den Playlisten, denke aber Dominik hat recht, In Flames, Dark Tranquillity, Avatar u.ä. beeinflussen 5/6 der Band.
Als Hauptsongschreiber fließt in meine Kompositionen wohl ganz Stark meine Begeisterung für Schostakowitsch sowie Alex Kaschte (Samsas Traum), Peter Tägtgren (Pain), Subway to Sally, ASP oder auch Moonspell.

Welche Musik hört Ihr zu Hause, unterwegs oder beim Sport?
Dominik: Daheim höre ich häufig gerne etwas zum runterkommen, in letzter Zeit u. a. viel Post-Rock oder Dark-Metal/-Rock. Unterwegs dann auch gerne mal was härteres, das ist mittlerweile aber sehr breit gefächert bei mir.
Tim:
Derzeit ganz oben auf meiner Last.FM-Scrobbelliste: Katatonia, Fleshgod Apocalypse, The Unguided, Soilwork und Ne Obliviscaris

Eine Band durchläuft stets Höhen und Tiefen. Was war der absolute Höhepunkt in der Vergangenheit und was der bitterste Tiefpunkt?
Dominik: Als wichtiger Höhepunkt wäre wohl unser erstes Album zu nennen, welches im Juli 2015 erschien. Darauf sind wir natürlich sehr stolz. Daneben hatten wir einige sehr coole Auftritte wie unsere Album-Release-Show und auch der Auftritt auf dem Baden in Blut mit Sepultura und Solstafir. Auch das im Herbst anstehende Autumn Moon werden wir in Zukunft wahrscheinlich auch als Höhepunkt nennen können, da freuen wir uns auch schon drauf wie Bolle! Von derartigen Auftritten hätten wir vor anderthalb Jahren nur geträumt…
Tim:
Dem schließe ich mich an. Tiefpunkte? Kennen wir nicht!

Was ist für die Zukunft geplant? Welche Ziele habt ihr euch selbst gesteckt? Was steht als nächstes an? Tour? Studio?
Dominik:
Wir wollen natürlich so viele Gigs wie möglich spielen – das ist ohnehin unser permanentes Ziel. Daneben werden wir auch neue Songs aufnehmen. Glücklicherweise sind wir mittlerweile technisch gut genug ausgestattet um dies daheim machen zu können… ein paar neue Pfeile im Köcher haben wir bereits. Auf welche Art wir diese dann veröffentlichen werden, haben wir jedoch noch nicht final entschieden.
Tim:
Außerdem würden wir super, super gerne mal ne Band supporten die uns selber viel bedeutet. Da könnte man soviel lernen. Die Liste der Wunschkandidaten ist lang aber leider ist es für uns bisher finanziell noch nicht wirklich drin, das kostet ja alles.

Welche Rolle spielen für euch Live-Auftritte und was empfindet ihr dabei?
Dominik: Die Live-Auftritte sind das Wesentliche dieser Band! Wir geben uns viel Mühe bei der Kostümierung und powern uns auf der Bühne jedes Mal restlos aus. Zudem haben wir einfach Spaß unsere Musik zu präsentieren und auch den ein- oder anderen Song im Gepäck, der sich für eine gute Party eignet.
Tim:
Das ist sooooo viel besser wie ein Drogentripp, auf der Bühne fühle ich mich wirklich daheim.

Was fällt Euch als Erstes zu folgenden Begriffen ein?
Tim:
Musik:
Ohrwurm. Ich habe immer irgend ne verdammte Melodie im Kopf
Kindheit:
Umzug
Blockade:
Jetzt gerade. Mir fällt dazu nix gutes ein, die Antwort von Dominik ist unübertrefflich
Auftritt:
Adrenalin und Tunnel.
Heimat:
Überall da wo ich mich wohl fühle, ich bin kein Mensch der sich ein Fleckchen Erde aussucht und das als sein Eigentum betrachtet. Bin ganz gerne zu Gast.

Dominik:
Musik:
Da schießen mir jetzt auf einmal 100 Sachen durch den Kopf
Kindheit:
Den Haag – da hat meine Familie 6 Jahre lang gewohnt
Blockade:
Lästig beim Lernen oder Songschreiben; gut gegen Nazis
Auftritt:
Schminke
Heimat:
Das Schwobaländle. Man sollte es mit dem Patriotismus aber auch nicht übertreiben!

Wir bedanken uns ganz herzlich für die tollen Antworten und freuen uns auf den Auftritt beim Autumn Moon Festival in Hameln.

Circus of Fools – Facebookseite

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