Festivalbericht: 02.07.2016 Owls’n’Bats in Detmold

Veröffentlicht: 11. Juli 2016 von guidowein in Konzertreviews
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Bei Temperaturen jenseits der 18 Grad Marke und trüben Himmel begann am Samstag, dem 02.07.2016, das dritte Owls’n’Bats Festival auf der Waldbühne zu Füßen des Hermanns, im verträumten und sagenumwogenden Teutoburger Wald. Wer sich vor Beginn des Festivals den Wetterbericht für das Gebiet angesehen hatte, musste vom Schlimmsten ausgehen. Somit kamen die  Besucher wetterfest gekleidet, teils mit dicker Herbstkleidung und Regenschutz. Somit war klar, dass die fünf angekündigten Bands Saigon Blue Rain, Black Nail Cabaret, Then Comes Silence, Escape With Romeo und Clan Of Xymox die Zuschauer durch ihre Musik ordentlich zum Schwitzen bringen müssen.

Pünktlich um 14 Uhr öffneten die Pforten zu jenem Ereignis. Auch im dritten Jahr sollte dem Besucher wieder Einiges an feinen Ständen und eine Menge Merch geboten werden. Der „Schattenmarkt“ ließ dem gespannten Festivalbesucher keine Wünsche unerfüllt. Mit viel Liebe zum Detail hatten sich die Künstler, Handwerker und die restlichen reisenden Aussteller wieder Einiges einfallen lassen, um die Besucher zum Kauf ihrer schönen Waren zu animieren. Auch gab es wieder, wie im letzten Jahr, die berühmte Burger-Bude von „Camp Cuisine“ und diesmal neu dabei die „Nudelmanufaktur“. Für eine große und reichliche Auswahl an Getränken sorgte die Gastronomie vom Hermann. Sehr gut präparierte Fusswege aus kleinen Holzschnitzeln verhinderten das es an diesem Tag eine „Schlammschlacht“ gab und somit die Gäste alle wichtigen Stellen auf dem Gelände trockenen Fußes erreichen konnten.

Am Eingang ging es zügig vorwärts und die Gäste wurden äußerst zuvorkommend vom freundlichen Kassenteam und der Security empfangen. So füllte sich das Gelände nach und nach.
Saigon Blue Rain sollten 15 Minuten später als geplant das Owls’n’Bats Festival 2016 eröffnen. Grund für die Verzögerung war ein kleines Unwetter mit ordentlich Regen und steifen Brisen. Nach diesem kurzen „Mist-Wetter-Intermezzo“ starteten die drei symphatischen Musiker aus Paris ihre gut 60-minütige Show. Auch in diesem Jahr übernahm DJ Thomas Wave aus Bielefeld wieder die Moderation und pimpte das Publikum durch seinen Charme, Witz und Esprit ordentlich auf.

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Dem Publikum wurde Cold Wave vom Feinsten präsentiert. Jeder Song ging unter die Haut und es wurde sofort klar warum Saigon Blue Rain einen steilen Karriereschub im letzten Jahr hingelegt haben. Mit im Gepäck hatten die Franzosen ihr neues Album Noire Psyche. Nicht nur die Musik erzeugte Gänsehaut sondern auch die charmante Erscheinung von Sängerin Ophelia. Ihre engelsgleiche Stimme und ihr anmutiger Anblick entzückte die Hörerschaft vollends. Songs wie „The Unknow“, „I wanna be you“ und dem Lazzarus Cover „Goodbye Horses“ machten einfach nur Spaß und entführten die Gäste in eine wundervolle Welt des Ethereal Wave. Daher ist es nicht weiter verwunderlich, dass niemand geringerers als The Beauty of Gemina sich diese brillante und charmante, französische Band, als ihren Support für ihre im Herbst stattfindene Tour durch Deutschland sicherte.  Nach einem abschließenden, ordentlichen Beifall wurde die Stage für den nächsten Gig von Then Comes Silence vorbereitet.

13620918_557472721099467_4269036786934480376_nDie Stockholmer Formation ist eine sehr treibende Dark Wave Rythmuskapelle. Nach ihrem Einstiegssong „She Loves The Night“ knallten ihre Tracks wie „Strangers“, „Spinning Faster“ „Death Rides“ und „Can’t Hide“ nur so in den düsteren Teutoburger Wald. Das Publikum war begeistert und schenkte den Künstlern auf den Brettern heftigen Applaus. Eine Band die es sich einfach lohnt Live anzusehen. Die Spielfreude der vier Jungs war einfach unübersehbar und jeder der Anwesenden war hellauf begeistert über die 60-minütige Psychedelic Rock-Reise. Mittlerweile war es auf dem Gelände bedeutend voller geworden. Eine wichtige Anmerkung möchte ich gerne zum Sound und dem Bühnenlicht machen: Es war irre gut und hat für alle Bands die gleichen Möglichkeiten gegeben. Kein Unterschied zwischen der ersten und der letzten Band.  Daher an dieser Stelle ein dickes Lob an die Veranstalter und die Crew des Veranstaltungs-Techniker-Teams. 

13615198_557473891099350_7528081518793667263_nIn der kommenden Umbauphase war es an der Zeit, das DJ Thomas Wave noch einmal die Bühne enterte um die glücklichen Gewinner der Verlosung bekannt zu geben. Eine schön gemachte Abwechslung in der Pause, die den Umbau wie im Fluge vorbeischreiten ließ. Es war mittlerweile 19:15 Uhr und somit nach einer kurzen Ankündigung von DJ Thomas Zeit für die charmanten Ladies aus Ungarn und London, sprich Black Nail Cabaret. Somit fanden sich vor der Bühne zahlreich die Tanzwütigen ein, um nach den eingängigen und druckvollen Songs der Damen vollen Körpereinsatz zu geben. Fetten Dark-Synthpop Beats wie „(The Critical Cult of) Dora“, „Let me in“, „Satisfaction“ und einem hervorragenden Cover von Talk Talk „Such a Shame“ rundeteten einen unglaublich kurzweiligen Gig der beiden Synth Noire Damen ab. Bemerkenswert war auch die ergreifende Stimme von Emese. Ein sehr professioneller und  beeindruckender Auftritt, wie wir fanden. Es war eine wahre Freude dem Duo zuzusehen und zuzuhören!

13654157_557474491099290_576103658481746614_nUm 20:45 Uhr war nach einer kurzen Umbaupause die Zeit für Escape with Romeo gekommen.Die Kölner Formation kann auf eine mittlerweile 26 Jährige Bühnenerfahrung zurückgreifen. Das sichere und etwas stolze Auftreten ließen keinen Zweifel offen. Diese Band war über die Bretter auf die sie standen erhaben. So spielten sie druckvolle Songs und nahmen das Publikum mit  auf eine Reise voller berauschender Träume und Leichtigkeit. Die Stücke waren durchweg eingängig wie zum Beispiel „Somebody“ oder „Heart of Darkness“. Eine sehr besondere Mischung aus Gitarren und Electroelementen. Escape with Romeo ist seit langem ein fester Bestandteil der schwarzen Szene und haben somit auf diesem feinen Festival wahrlich ihren Platz verdient. Die Zuschauer sahen das ebenso und feierten das „Dreigestirn“ bis zum letzten Takt.

13615127_557474361099303_4129459748247622999_nZum Abschluss des Festival-Tages stand um 22:30 Uhr Clan of Xymox auf dem Plan. Die niederländische Formation, um den charismatischen Frontmann Ronny Moorings, startete ihren Auftritt mit dem Knaller „Stranger“. Lichter funkelten, Blitze zuckten über die Stage. Ein perfekter Auftakt für den „Headliner“. Die zahlreichen Zuschauer drängten sich vor die Bühne und trotz kühler Luft, verstanden es die Jungs ordentlich einzuheizen. Nach einer kurzen Begrüßung auf bestem Deutsch ging es dann Schlag auf 13590474_557474311099308_558598095977343811_nSchlag weiter mit „She is falling in Love“ von ihrem aktuellen Album Matters Of Mind. Natürlich durften Stücke wie „Emily“ und „Jasmine and Rose“ ebenso wenig fehlen wie „This World“ und das von einige Fans erhoffte Stück „Back Door“. Gekonnt und in bester Goth-Rock-Synth-Manier wurde so das Publikum auf eine lange Reise der Geschichte von Clan of Xymox mitgenommen. So endete schließlich unter schallendem Applaus das Owls’n’Bats Festival 2016. Wer allerdings noch keine Lust verspürte den Heimweg anzutreten, fand bei der anschließenden After-Show-Party Abhilfe. Hier wurde noch bis in die frühen Morgenstunden getanzt, gefeiert und viele interressante Gespräche geführt. In der schönen Location der Betreiber der 386 über NN Gastronomie hatten die Besucher außerdem noch die Möglichkeiten diverse Musiker zu treffen um ein kleines Pläuschchen zu halten. Rundum kann man sagen, dass das diesjährige Festival wohl das Beste seit Bestehen war. Gekonnt und professionell kommt dieses Festival daher, dabei hat Er oder Sie immer das Gefühl auf einem Familientreffen zu sein. Wo in Deutschland gibt es da bitte etwas Vergleichbares? Ursprünglichkeit, ganz viel Liebe zum Detail und zur „schwarzen“ Musik. Was wollen wir als No-Mainstream Publikum noch mehr?

Sicherlich würden nicht nur wir uns freuen, wenn es auch nächstes Jahr wieder heißt: Herzlich Willkommen, Welcome, Bienvenue, beim OWLs’N’BATs Festival 2017!

Weitere Bilder zum Festival findet ihr auf unserer Fotoseite!

 

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