20.05.2016 Das Schloss Rockt, Münster

Veröffentlicht: 24. Mai 2016 von guidowein in Allgemein, Konzertreviews
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Das Schloss Rockt low resAm 20.05.2016 wurde ein weiterer Meilenstein in der Festivalgeschichte Münsters gesetzt. Zum zweiten Mal nach 2015, fand „Das Schloss Rockt Festival“ in Münster an historischer Stelle statt. Veranstalter Christopher Deninger wartete mit vier Bands der Alternativen-Rock-Metal Szene auf. Ein gewagtes und wie es sich nachher herausstellte, ein absolut erfolgreiches Konzept. Wir betraten das Schloss Gelände um ca. 16:45 Uhr und es eröffnete sich uns eine beeindruckende Kulisse. Unser Blick richtete sich direkt auf die imposante Bühne, die in der Mitte des ehrwürdigen Schlosses präsentiert wurde. Der Weg bis zur Bühne war gespickt mit diversen Getränkeständen und für das leibliche Wohl sorgte ein Falafelstand.

13241360_538249649688441_2571768729850637659_nDie ersten eindringlichen Töne der hervorragend abgestimmten Soundanlage, drangen den bis jetzt etwas spärlich anwesenden Zuschauern, in die Ohrmuschel. Daughters‘ Desire aus dem schönen Siegerland eröffneten den Konzertabend beziehungsweise Nachmittag pünktlich um 17:00 Uhr. Druckvoll und in bestem 80er Jahre Metal-Style legten sich die fünf Musiker ins Zeug. Das nicht gerade schöne Wetter hielt wohl einige Besucher davon ab, zu dieserZeit auf dem eindrucksvollen Festivalort zu erscheinen. Nichtsdestotrotz gaben Daughters‘ Desire ein brillanten Einstieg in den Abend. Der Frontman Daniele suchte von Anfang an, mit viel Humor, den Kontakt zu den Zuschauer und ermunterte sie sich bei Gefallen der Songs doch bitte weiter an die Bühne zu begeben. Tracks wie „All Night Long“, Breakfast Bunny“ und „Sweet Little Waitress“ machten ordentlich Spaß. Herausragend war die außergewöhnliche, professionelle Stimme von Daniele, die sehr an die Kultband Manowar erinnerte und das nicht nur wegen seinem T-Shirt. Uns hat es sehr Gefallen und das Ganze gab es auch noch zum freien Eintritt!

13254569_538258489687557_4389630757968195120_nNach einer kurzen Umbauphase ging es um 18:10 Uhr weiter mit den nicht mehr wirklich unbekannten Jungs von Spin My Fate. Für die Münsteraner war dieser Auftritt ein wahrliches Heimspiel. Leider legten sich mit den ersten harten Tönen der Metal-Rocker, dicke Wolken mit viel Wasser an Bord, direkt über das Festiavlgelände. Die Zuschauer schien dies allerdings nicht wirklich zu stören und somit füllte sich die Örtlichkeit immer mehr und es wurde gefeiert was das Zeug hielt. Gedopt von dem mitgehendem und nassem Publikum legten sich die Jungs um Frontmann Jan, richtig ins Zeug. Songs aus ihren bisherigen vier Alben wie „Dying Day“, „Away“,“Devil’s Advocate“ und „Terra Incognita“ wurden im Regen zum Besten gegeben. Die Spielfreude war auch hier unübersehbar. Diese Jungs hatten einfach Bock auf diesen Gig. Metal vom feinsten mit einer ungeheuren Professionalität und Hingabe machten Spin My Fate diesen Auftritt sicherlich nicht nur für uns zu einem unvergesslichen Erlebnis. Ebenso bauten die gesellschaftskritischen Künstler eine wichtige Botschaft für alle Anwesenden aus dem Franky Goes To Hollywood Song „War“ in einen ihrer Songs mit ein: „War-huh What is it good for? Absolutely nothing, Say it again. War-huh,  What is it good for? Absolutely nothing!!“ Die Menge brüllte mit und so verschmelzte der komplette Schlossplatz zu einem Megafon des Friedes. Wir waren begeistert und werden uns mit Sicherheit noch das eine oder andere Konzert von Spin My Fate ansehen.

13267987_538277056352367_3033582750322298222_nGegen 19:45 Uhr betrat ein weiteres Highlight des Abends die Stage. Summery Mind aus dem beschaulichen ostwestfälischen Bad Salzuflen  wollte die auf mittlerweile ca. 2000  angewachsene Zuschauerzahl davon überzeugen, dass es durchaus mehr  als Solebäder, Parklandschaften und Gradierwerke in dem beschaulichen Städtchen am Teutoburger Wald gibt. Die junge Band hat seit ihrer Gründung 2006 einen beachtlichen Schritt nach vorn getan. Zwei Alben und eine stetig wachsenden Fangemeinde können die fünf Musiker ihr eigen nennen. Mit Songs wie „Goodbye,Hello“, „For Stella“, „Homage“ und „Right Now“ überzeugten die Ostwestfalen das Publikum absolut. Vor und auf der Bühne wurde gerockt und gefeiert als gäbe es keinen Morgen mehr. Front- und Powerfrau Lari suchte mit ihrer sympathischen und mitreißenden Art immer wieder den Kontakt zwischen den Songs mit den Gästen.  Berührende Texte über Freundschaft, Liebe, Enttäuschung und den Genuss des Lebens im hier und jetzt, gepaart mit unendlicher einfühlsamer Spielfreude brachten Summery Mind die Location zum Kochen. Da verwunderte es natürlich nicht, dass auch der Wettergott diese Vorstellung für gut befand und die Wolkendecke aufreißen ließ und die Sonne ihre Freude ebenfalls zum Ausdruck brachte. Es wurden außerdem noch zwei brandneue Songs präsentiert. „Tempest“ und „Futuremakers“ sollten uns auf das kommende Album einstimmen. Wir waren begeistert von der kurzweiligen Show der fünf Künstler auf dem Schlossplatz. Dieser Meinung war auch das Auditorium. Dieses feierten Summery Mind nach ihrem Gig mit anhaltenden Zugaberufen.

13227028_538286299684776_8044275644321451918_nDa eine Zugabe leider nicht im Timetable vorgesehen war, wurde die Bühne schnellstens hergerichtet für die letzte Band des Abends. INFINITE HORIZON, die Heavy Metal Formation aus  Siegen. Leichte Dämmerung versetzte dem historischen Ort in eine ganz besondere Stimmung, die so nicht hätte besser sein können. Die brillant ausgeleuchtete Bühne kombiniert mit unglaublich tollen Sound, versprühte ein Gefühl von einem Sommer Open Air der Extraklasse in der Nacht. Eine musikalische Zeitreise aus mittlerweile vier Alben und einer EP seit 1999 wurde dem gespannten und feiernden Volk vorgesetzt. Die ausdrucksstarke Stimme von  Marc Lemler und die harten Gitarrenriffs rockten heftigst die Bühne auf dem Schlossgelände. Auch nach einer ca. 17 jährigen Bandgeschichte hatten die sechs  Musiker eine ganze Menge Spaß und Leidenschaft zu versprühen. Auch die Keys und Synths wurde perfekt in Szene gesetzt. Bastian stand mit vollem Engagement hinter seinem Instrument und schaffte es auch trotz Headbanging die richtigen Tasten zu treffen. Das Publikum wurde gänzlich mitgerissen und so flogen auch die Haare bei einer ganzer Menge der Festivalbesucher.

Fazit: Wir erlebten auf dem „Das Schloss Rockt – Festival“ vier brillante und äußerst professionelle Bands der Alternativen-Rock-Metal Szene. Sie alle überzeugten uns und das Publikum. UND das Ganze zum freien Eintritt! Kochende und mitreißende Zuschauermengen von gut und gerne 3000 taten dazu ihr Übriges. Ein rundum gelungener Abend, der nicht nur uns lange in Erinnerung bleiben wird. Wir können uns nur bei dem Veranstalter Christopher Deninger für sein selbstloses Engagement bedanken. Christopher sorgt mit seinen unglaublich tollen und mutigen Events in Münster dafür, dass der  Alternative- Rock- Metal „hoffähig“ gemacht wird.Wir würden uns sehr freuen wenn es auch 2017 wieder heißt : „Das Schloss Rockt“ die Dritte!

Text: G.W
Bilder: Steffi Schaaf

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