Konzertbericht: 13.05.2016 Joachim Witt – Leichtmatrose, Sumpfblume Hameln

Veröffentlicht: 16. Mai 2016 von guidowein in Allgemein, Konzertreviews
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Charmanter Wahnsinn trifft auf elektronischen Chanson.
Am 13.05.2016 gaben sich Joachim Witt und seine „Ziehsöhne“ von Leichtmatrose in der Sumpfblume in Hameln die Ehre. Ein schöner Frühlingsabend lockte die Gäste pünktlich zum Einlaß um 19:00 Uhr in die feine Location an der Weser. Ein gut gelauntes und freundliches Service- und Sicherheitspersonal empfing die nach und nach eintreffenden Gäste. Im Empfang wurde dem Besucher eine reiche Auswahl an Merch präsentiert. Von CD`s und T-Shirts bis zur Tasse, wurde alles angeboten was der gemeine Witt und Leichtmatrose Fan benötigt um vollends glücklich zu sein. Nach unserer gut übersichtlichen Platzwahl fing das Spektakel plangemäß um 20:00 Uhr an.

13241372_535810286599044_6540275979960380128_nLeichtmatrose alias Andreas Stitz, Thomas Fest und Ben Miller traten auf die Bretter der ehrwürdigen Sumpfblume. Mit ihrem neuen Album „Du, ich und die anderen“ im Gepäck, wollten die Musiker das Hamelner Publikum in ihren Bann ziehen. Was durch das charmante und sympathische Auftreten des Sängers Andreas und die überzeugenden und gefühlvollen Songs nicht wirklich schwer war. Mit Stücken wie „Jonny fand bei den Sternen sein Glück“, „Ich hab dich bloß geliebt“ und „Dalai Lama“ überzeugten sie nicht nur uns, sondern auch das anwesende Auditorium. Brillante Texte, kombiniert mit eingängigen Rhythmen, als auch der unverwechselbare Gesang ließen kein Bein still stehen. Ein grandioser Auftritt von Leichtmatrose endete gegen 20:45 Uhr mit dem neuen ergreifenden Stück „Hier drüben im Graben“. Ein Track, der zusammen mit Joachim Witt aufgenommen wurde und an die Untaten des Krieges erinnert und wachrüttelt. Eine Botschaft die aktueller nicht sein könnte und die Anwesenden sehr berührte und zum Grübeln brachte.

13254467_535810969932309_1234720566224448545_nNach einer schnellen Umbauphase nahm der Abend um ca. 21:05 Uhr wieder Fahrt auf. Joachim Witt, eine Legende der deutschsprachigen Rock- und alternativen- ausdrucks- Musik eroberte mit seinen drei Musikern die Stage. „Über das Meer“ wurde uns als Erstes um die Ohren gepfeffert. Ein Song aus dem aktuellen Album Ich. Das Publikum spendete dem Altmeister einen herzlichen und warmen Empfang mit heftigen Beifall. Joachim Witt bedankte sich nach der  Begrüßung und dem ersten Stück beim Publikum für die rege Anteilnahme der vergangenen Wochen. Witts Anwesen wurde vor ca. drei Wochen ein Opfer der Flammen. Das er heute mit soviel Witz und Elan wieder auf der Bühne steht, zeugt von seiner tief empfundenen Dankbarkeit gegenüber seinen Fans und die des Publikums. Es folgten die Tracks „Jetzt und ehedem“, „Es regnet in mir“, „Frühlingskind“ und „Mut eines Kriegers“. Immer wieder nahm der sympathische Künstler Kontakt zum Publikum auf. Mit einer Mischung aus zelebrierten Wahnsinn und nachdenklichen Worten, aber auch mit Leichtigkeit und Witz zog sich die Kommunikation zwischen den Anwesenden und Witt wie ein roter Faden durch den Abend. Ja, man hatte fast das Gefühl, dass es ein Privatkonzert in einer ganz besonderen intimen Umgebung sei. Absolut großartig war auch der Sound und das Licht. Alles wurde hervorragend in das richtige Licht gesetzt. „Tag für Tag“ aus dem kommenden Album Thron war ebenfalls ein Stück das unter die Haut ging und auf ein starkes neues Werk hoffen lässt. Wir freuen uns auf jeden Fall schon sehr darauf.
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Mit dem sowie traurigen als auch nachdenklichen Stück „Gloria“ erzeugte der Meister einen wahren Gänsehaut-Moment. Die kraftvolle und dynamisch eStimme von Witt ergriff die Gäste hierbei vollends. „Die Flut“ sollte den Schlusspunkt an diesem Abend  des Auftrittes setzten. Noch einmal ließ sich der Musiker darüber aus, dass er heute ja den Song alleine auf der größen Bühne darbieten musste. Es lag wohl daran das Herr Heppner sich wohl nicht mehr traute vor das Publikum zu treten, da auch bei ihm der Zahn der Zeit sein Haar etwas grauer erscheinen lassen würde. Das Publikum und Joachim Witt nahmen es mit viel Humor und somit endete die reguläre Spielzeit nach diesem grandiosen Song. Nach heftigen „Zugabe, Zugabe Rufen“, ließen sich die Musiker und der Meister Witt es sich nicht nehmen noch einmal auf die Bühne zu kommen um „Supergestört und Superversaut“ sowie den „Goldenen Reiter“ zu zelebrieren. Ein Liedgut, das natürlich auf keinem Konzert fehlen darf. Es wurde den ganzen Abend immer wieder vom Publikum gefordert. Der „Goldene Reiter“. Was empfand wohl Joachim Witt bei der immer wiederkehrenden Dauerauforderung seitens des Publikums bei seinen bisherigen Auftritten? Mein Mitgefühl hat der Herr auf jeden Fall und es ist kaum zu glauben mit welcher Professionalität und Gelassenheit Joachim Witt diesen Song bei seinen Konzerten wieder und wieder zum besten gibt. Hut ab!
Eine letzte Zugabe sollte noch mit „Tri Tra Trullala (Herbergsvater)“ folgen. Nach einer gut zweistündigen Show verließen wir und das Publikum zufrieden und fasziniert die Sumpfblume. Uns hat der Abend wirklich sehr gut gefallen und es war in der Tat sehr abwechslungsreich was die unterschiedlichen Musikstile betraf. Es war äusserst beeindruckend wie gut gelaunt und überzeugend Joachim Witt seine musikalische Zeitreise darbot. Wir wünschen Joachim Witt für die kommenden Jahre ganz  viel Gesundheit, Kraft und Heiterkeit und möge ihm sein Humor niemals verloren gehen. Denn wir brauchen auch in der Zukunft solche starken, berührenden und aufrüttelnden Künstler wie Joachim Witt.

Weitere Bilder des Konzertes findet Ihr hier.

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