Fundstück der Woche: SPIN MY FATE

Veröffentlicht: 6. Mai 2016 von guidowein in Fundgrube, Interview, Veranstaltungen
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logo_raw„Das Schloss Rockt“ Festival am 20.05.2016 begrüßt unter anderem die sympathischen Rock-Metaller aus Münster. Für uns Grund genug uns mit den vier Musiker ein Frage – Antwort Spiel zu führen. Wie wichtig ihnen der „Spirit“ und  authentisch zu sein ist, haben uns die Münsteraner Künstler bei diesem sehr umfangreichen und freundlichen Interview verraten. Viel Spaß beim Kennenlernen von Spin My Fate.

Wer steckt hinter Spin My Fate?
SMF sind vier Freunde, die ihre Leidenschaft zur Musik teilen. Die einzelnen Bandmitglieder sind Simon Bosse an der Gitarre, Jan Kattner am Mic, Christopher Gasse an den dicken Saiten und Jonas Bertels hinter der Schießbude. Außerdem haben wir noch eine kleine Crew, die uns meistens bei unseren Live­Gigs begleitet.

Wie würdet ihr Eure Musik beschreiben?
Energiegeladener melodischer ModernRock/Metal, wenn ich es relativ kurz beschreiben müsste. Ist aber garnicht so einfach, weil wir uns mit der Musik nicht wirklich in nur einer Sparte bewegen. Wir versuchen uns nun mehr als je zuvor zu fokussieren auf einen bestimmten Sound, aber irgendwelche Genre­Überschreitungen gibt es bei uns immer. Es gilt also bei uns nicht: Kennste einen Song, kennste alle!(grins) Außerdem würde ich unseren Sound, besonders live, als ziemlich authentisch bezeichnen.

Was macht Euer Projekt besonders?
Ein starker Zusammenhalt, viel Leidenschaft und ein starkes Team mit klaren Idealen und Überzeugungen. Daraus entsteht ein besonderer „Spirit“ der uns alle gegenseitig motiviert. Außerdem versuchen wir bei allem, was wir tun, immer wir selbst zu sein, und genau das rauszulassen, was uns momentan wirklich ausmacht.

Promobild sw_smallWas und wen wollt Ihr mit Euren Songs erreichen?
Ich denke wir wollen das, was viele wollen. Raus auf die großen aber auch kleinen Bühnen der Welt, die Songs mit noch mehr Leuten teilen und einfach mit der Musik und dem Drumherum eine gute Zeit haben. Wen wir erreichen wollen? Am besten diejenigen, die sie hören wollen! Wir wollen keine bestimmten Leute vor der Bühne sehen. Alle sind willkommen und gerne gesehen!

Was hat Euch bewogen Musik zu machen?
Ach wir sind alle irgendwie auf Musik hängen geblieben und waren schon immer Musikjunkies. Manche Töne haben uns Spaß gemacht, andere haben uns berührt, andere Bands waren vielleicht die Kindheitsidole. Alles in allem war es also schon ziemlich cool, in einer Band zu sein. So haben wir alle mal unsere ersten kleinen Projekte und Bands gegründet. Viele Bands haben sich, auch um uns herum in der Szene, wieder aufgelöst. Andere Formationen wurden gegründet, andere Dinge ausprobiert, und schließlich sind wir über Umwege sozusagen zusammen gekommen, und haben diese Band gegründet. Ich denke, man findet über die Zeit schnell heraus, ob das mit dem Musiker­Dasein nur eine Phase ist, oder ob man sie am liebsten sein Leben lang machen will. Ich denke dieses gemeinsame Interesse hat uns schließlich den letzten Kick gegeben, zusammen Musik zu machen. Darüber hinaus hatten wir bezüglich des Sounds recht ähnliche Vorstellungen, was für eine Band ja immer förderlich ist.

Was macht gute Musik für Euch aus?
Ein gewisser Spirit, manchmal aber auch ein gewisser Mut, etwas ausprobieren, oder etwas ganz bewusst wegzulassen bzw. nicht zu machen. Letzten Endes muss aber irgendwie der Funke überspringen. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Stück aus zwei einfachen Powerchords besteht oder technisch sehr versiert und progressiv ist. Kurt Cobain hat damals eindrucksvoll gezeigt, wie gut Musik sein kann, wenn man sie simpel hält. Es muss einfach etwas rüberkommen, am besten etwas authentisches! Manchmal ist es der Groove, der einen mitspringen lässt, dann wieder ein Song der einen emotional voll abholt, und dann wieder ein Song, der einfach nur Spaß macht.

Welche Bands beeinflussen Euch? Welche Alben haben Euch geprägt oder begeistert? Puuh, da gibts eine ganze Menge. Es gibt so viele fantastische Bands da draußen. Angefangen hat viel mit Phil Collins, Pink Floyd, Police, U2. Dann später folgten viele Einflüsse aus der Grungeära. Pearl Jam’s Ten und Vs. sowie Nirvana’s Platten und auch Silverchair’s Neon Ballroom haben vor allem mich sehr geprägt. Simon war als Kind schon Fan der Ärzte, heute mag er sie nicht mehr so sehr. Das ist aber auch wirklich eine schwere Frage, da man ja immer mal wieder Musik auch phasenweise aufnimmt, und sie dann ab und an wieder fallen lässt. Irgendwas nimmt man aber immer daraus mit. Ben Howard’s “Every Kingdom” hat eine wunderbare Stimmung, und ist sicherlich irgendwo einzigartig. Über damalige Platten von Pantera würden die anderen Jungs sicherlich das Selbe sagen. Ich mochte den Drive und Vibe der alten Korn und Slipknot Platten sehr. Das hatte was brachiales und direktes. Boysetsfire hat eindrucksvoll bewiesen, wie man Aggressionen und wunderbare Melodien glaubhaft kombinieren kann. Von deren Erstling “After the eulogy” und ganz besonders von dem Song “my life is in the knife trade” war ich damals sehr berührt und begeistert. Die Deftones haben Christopher sehr geprägt, sowohl die frühen wie auch die aktuellen Werke. Incubus hatte mit “Morning View” ebenfalls eine besondere Atmosphäre, die uns sehr begeistert hat. Bring me The horizon haben mit “thats the spirit” ebenfalls eine tolle Platte rausgebracht. Ich könnte ewig so weitermachen, und ich hab sicherlich noch einige prägnante Bands vergessen, aber das würde hier einfach den Rahmen sprengen. Wer wirklich alles wissen will, der kommt zu den Konzerten und plaudert uns einfach an. Das ist einfacher! (grins)

Welche Musik hört Ihr zu Hause, unterwegs oder beim Sport? Ganz unterschiedlich! Zuhause höre ich selten lautes Zeug, unterwegs und im Auto dafür aber gerne umso mehr. Je nach Stimmung und Situation kommt was anderes in den Player. Ich denke, das kennt jeder. Eine dicke Sause Zuhause starten und dabei Coldplays “Trouble”? Zum Rausschmeißen bestimmt, aber so? Und anders herum genau so: Mit Freunden am Kamin sitzen und im Hintergrund ballert Slipknots “end of everything”? Haha, na das wäre doch mal was oder? Es muss halt passen, und man sollte halt Bock drauf haben. Beim Sport höre ich garkeine Musik. In der Squashhalle würds jeden nerven und beim Schwimmen unter Wasser gehen die Boxen kaputt. Eine Band durchläuft stets Höhen und Tiefen.

Was war der absolute Höhepunkt in der Vergangenheit und was der bitterste Tiefpunkt? Mensch, ihr stellt schwere Fragen, die mich grübeln lassen. Ich versuch’s mal. Höhepunkte waren sicherlich die Cd­Release­Shows zu den einzelnen Studioalben. Die Hallen waren voll, die Stimmung der Knaller und die Verkäufe waren ebenfalls super. Vor allem hatten wir bei dem Release zur “Act II: when worlds collide” wirklich viele Gastmusiker auf der Bühne und haben ein buntes Live­Set auf die Bühne gebracht, auf das wir auch heute noch sehr stolz sind. Ein anderer Höhepunkt war sicherlich unser Videodreh zu “Day of redemption”. Wir haben den Song damals 20 mal performed für den Dreh und all die Leute, die damals mitgemacht haben, hatten ein irres Durchhaltevermögen und haben echt alles gegeben. Das war eine tolle Erfahrung damals! Besagte Releaseshow zur “Act II” war gleichzeitig aber auch einer der Tiefpunkte der Bandgeschichte. Wir hatten uns damals organisatorisch übernommen und nach Wochen der Planung, finanziellem Druck, Monaten im Studio und völlig autarkes Arbeiten waren unsere Kräfte kurz vor der Show quasi aufgebraucht und das machte sich nicht nur physisch sondern auch psychisch bemerkbar. Heute machen wir das zum Glück alles ganz anders und mit mehr Plan. Wir haben daraus gelernt!

Was ist für die Zukunft geplant? Welche Ziele habt Ihr Euch selbst gesteckt? Was steht als nächstes an? Tour? Studio?
Eine ganze Menge! Wir werkeln grade fleißig an neuen Songs und unsere Ziele sind diesmal klar definiert. Wir wollen raus auf die großen Bühnen mit den bisher besten Songs, die wir je geschrieben haben. Man darf sich auf bessere Melodien, aber auch auf brachialere Riffs freuen. Gleichzeitig gibt’s auf der Platte aber auch mehr lyrischen Tiefgang und Persönlichkeit. Erstmal vollenden wir also das Werk, und dann werden wir alles dafür tun, um wieder möglichst viele Konzerte zu spielen.

Welche Rolle spielen für Euch Live ­Auftritte und was empfindet Ihr dabei?
Musik kreieren ist eine tolle Sache, aber letzten Endes dreht es sich bei uns immer um das Kernelement des Musik machens, nämlich das Live spielen. Es nimmt die wohl wichtigste Rolle für uns als Band ein und dafür gibt’s wohl ganz verschiedene Motivationen. Ich versuche das mal aus meiner Perspektive zu erklären: Ich denke, es hängt viel damit zusammen, seinen Gefühlen freien Lauf zu lassen. In der heutigen Gesellschaft ist es sehr schwer, sich auch für nur einen kleinen Moment vollkommen frei zu fühlen. Wenn Musik auf der Bühne explodiert, dann denkst du an nichts anderes mehr. Man bekommt irgendwie eine völlig andere Art des Freiheitzustandes. Dieses Gefühl mit deiner Band und den Leuten zu teilen ist fantastisch. Generell ist es ein geiles Gefühl wenn eine Art von Energie von der Bühne auf das Publikum übergeht.

Was fällt Euch als Erstes zu folgenden Begriffen ein?
Musik: Leidenschaft!
Kindheit: Unbeschwertheit!
Blockade: Kacke!
Auftritt: Geil!
Heimat: Geborgenheit!

Vielen lieben Dank für das Beantworten!
Gerne doch!

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