CD-Review: Sacred Groove – The Other Side

Veröffentlicht: 28. Februar 2016 von steffischaaf in CD Review
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SacredNach der Gründung im Jahre 2010 erschien 2012 das Debutalbum Needful Things, das von der Musikpresse hoch gelobt wurde und der Band Zuspruch und Bestätigung gab. Die Live-Auftritte häuften sich und Sacred Groove befanden sich auf einem guten Weg nach oben. Doch Anfang 2014, inmitten der Aufnahmen und Arbeiten zum zweiten Album The Other Side verließ Sängerin Isabel Willenberg die Band. Ersatz fanden die verbleibenden Mitglieder in der russischen Sängerin Alona Levina. Das war jedoch nicht der einzige Verlust, den die Band verkraften musste, denn auf dem Heimweg nach einer Probe kam Keyboarder Jüppi Püllen ums Leben. Klar, dass erst einmal eine Pause eingelegt wurde. Bestärkt durch Fans und Familie nahmen sie die Arbeiten jedoch wieder auf und herauskam ein abwechslungsreiches, sehr kreatives Album.

Mit eindrucksvollen, dominaten, instrumentalen Klängen startet der erste Track „Waiting for the Rain“ und nimmt langsam Tempo auf und der Rhythmus weiß zu Gefallen. Alona setzt ein mit ihrem sehr ausdrucksstarken und ungewöhnlichen Gesang. Sie singt sehr klar, zieht aber Wörter oft zu arg in die Länge und leider ist die englische Aussprache vielleicht etwas zu überzogen. Unterbrochen wird der Gesang mit tollen Gitarrenriffs, die jedes Rock-Herz höher schlagen lassen.
Der Titeltrack „The Other Side“ übernimmt das Tempo und packt noch mal ein paar Takte drauf. Instrumental ein tolles Stück, die Jungs leben ihre Instrumente und holen alles aus ihnen heraus. Leider gefällt mir Alonas Stimme auch hier noch nicht wirklich. Sie hat gute Parts, bei denen sie sich stimmig in das Gesamte einfügt, die hohen Sequenzen mit diesen Opera-Metal Eigenschaften gefallen mir persönlich überhaupt nicht. „Runaway“ setzt Alarmzeichen. Eine absolut treibende und rockige Nummer durch die tollen Gitarrenriffs und die fetzigen Drums. Hier gefällt mir Alonas Stimme sehr gut, weil sie in einer sehr feinen und weichen Klangfarbe singt und nicht so angestrengt wirkt. Sehr gefühlvoll und eindinglich ist der Titel „Lost in Paradise“, der mich vor allem wieder durch die instrumentale Vielfältigkeit und Kreativität überzeugt. Die wunderschönen Pianoklänge sind sehr harmonisch und Alonas Stimme im Hintergrund gibt dem Song hier trotz den Drums eine Leichtigkeit, die Gänsehaut versprüht.
Flügel verleiht tatsächlich der nächste Song „You can fly“, der mit akustischen Gitarrenklängen eingeleitet wird, diese dann jedoch durch Schlagzeug und härteren Parts ersetzt werden. Und so langsam gewöhnt man sich auch an die ausdrucksstarke Stimme der Sängerin, die durch die markante Klangfarbe unter den anderen Symphonic-Metal Bands sicherlich schnell wiederzuerkennen sein wird.
Kommen wir zu meinem Lieblingsstück auf dem Album „Light of the World“. Alonas klarer Gesang mit sehr schönen hohen Passagen erzählt eine sehr nachdenkliche Geschichte, die berührt und die sich intensiv in meinen Gehörgängen einnistet, so dass ich diesen Titel, der noch mit einer spanischen Textpassage ein überraschendes Highlight bietet, immer und immer wieder anhören muss.
„Sacred Groove“ ist das längste Stück und der Finalsong der CD. Die Einleitung ist eher ruhig und sphärisch gehalten, man wartet gespannt auf den Einsatz der Gitarren und der Drums und die kommen krachend daher. Dieser Song gehört wirklich ans Ende, denn er zeigt noch einmal die komplette Kreativität der Musiker. Temporeich, eindrucksvoller Gesang und dramatische, gefühlvolle Pausen.
Zusätzlich gibt es noch zwei Bonustracks und es wundert mich nicht, dass darunter mein Lieblingstitel noch einmal auftaucht, in einer noch schöneren, rein instrumentalen Version. Ein absoluter Genuss.

Fazit: Das zweite Album der Band mit der neuen Sängerin zeigt das ganze wunderbare Potenzial. Ob schwere Riffs, harte Drums, oder sanfte Pianoklänge, das alles findet sich in zwölf Songs. Für viele mag Alonas Stimme, im Vergleich zu ihrer Vorgängerin, zunächst sehr gewöhnungsbedürftig klingen, auch ich hatte beim ersten Hören meine Schwierigkeiten damit, doch sie fügt sich toll ein. An ein paar Sachen muss sicherlich noch gearbeitet werden, aber wie gesagt, diese Band hat großes Potenzial, strotzt vor Kreativität und wir sollten sie nicht aus den Augen verlieren und ihnen definitiv eine Chance geben. Zudem muss ich sagen, dass die Texte wunderbar sind und diese stammen alle aus der Feder von Alona. Hut ab und weiter so!!! Jüppi wäre stolz auf euch!

Smiley als CDSmiley als CDSmiley als CDSmiley als CD

Anspieltipp: Light of the World, Runaway

Sacred Groove – The Other Side
Label: dooload.de€ 11,99 MP3 bei Amazon

Tracklist:
Waiting For The Rain
The Other Side
Runaway
Lost In Paradise
You Can Fly
A Clue
Don´t Tangle With Me
Light Of The World
Ghost In The Machine
Sacred Groove
Bonus:
Light Of The World (instrumental)
Waiting For The Rain (acoustic Version)

CD-Bewertungssystem:

Smiley als CDSmiley als CDSmiley als CDSmiley als CDSmiley als CD = Ohrgasmus

Smiley als CDSmiley als CDSmiley als CDSmiley als CD    = Gut gelungen

Smiley als CDSmiley als CDSmiley als CD        = Annehmbar

Smiley als CDSmiley als CD            = Schwach

Smiley als CD               = Mies

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