CD-Review: Phosphor – [raum/zeit] VÖ: 19.02.2016

Veröffentlicht: 2. Februar 2016 von steffischaaf in CD Review
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PhosphorIm schönen Straubing in Bayern gründete sich 2015 die Band Phosphor. Sänger Ben Richter könnte einigen von euch ein Begriff sein, denn er war Kopf der Band Thanateros, die sich aber 2010 auflöste. Ben und seine neuen Bandkollegen scheinen sehr motiviert , denn bereits im Sommer 2015 fingen sie an an ihrem Debüt zu arbeiten. (Raum/Zeit) erscheint am 19.02.2016 und wir haben vorab für euch reingehört.

Der erste Song startet mit sehr eingängigem Sound und harten Gitarrenriffs. „Schwerelos“ erscheint der weiche Gesang von Ben als Einleitung zum Refrain und diese Schwerelosigkeit überträgt sich direkt auf den Hörer. Dennoch findet man auch immer wieder harte Töne, die durch verzerrte Saiten stark unterstrichen werden und somit intensiver in das Gehör eindringen.
Samhain“ bringt die Füße mit tanzbarer Melodie in Schwung. Bens Stimme haucht förmlich den Text und versprüht somit Gänsehaut. Doch keine Bange, im Refrain wird sie wieder kräftiger, gewinnt mehr Härte im Klang und die stimmigen, fetzigen Drums geben mir das erste Mal ein Gefühl von Neuer Deutscher Härte.
Bei „Spielverderber“ setzen die Straubinger das Augenmerk mehr auf den Text, sodass die Abrechnung mit Lügen und Manipulation sich fest verankern kann. Die Instrumente untermalen das Ganze eher dezent im Hintergrund, geben aber dem Song dennoch etwas Forsches und Treibendes. Die Revolution kann beginnen!
Mit „Lebewohl“ findet sich ein weicherer Song auf dem Album, der aber von schweren Basstönen begleitet wird und mich etwas an Megaherz oder Oomph erinnert.
Nach dem Zurücklassen befinden wir uns im „Kreis der Ewigkeit“, ein flottes Stück mit straffen Tempo und sehr dominanten Gitarren. Ideal für Konzerte zum Pogen und Haare fliegen lassen und absolut NDH-würdig, auch wenn es teilweise leicht punkig wirkt. Toller Song!
Halt mich“ ist ebenfalls ein sehr gelungener Titel, den ich aber eher in die Hardrock-Schublade stecken würde und mich ein wenig an Stücke der Band Unzucht erinnert. Gerade die Strophen mit der aggressiven Stimmenverzerrung lassen Vergleiche ziehen. Leider hat Bens Stimme für mich im Refrain zu wenig Power, sie geht eher unter und wirkt kraftlos.
Schaurig, flüsternd begleitet Ben die ersten Takte des Stücks „Woge auf Woge“. Im Hintergrund erklingt ein feines, gefühlvolles Gitarrenspiel, dass die Emotionalität unterstreicht und das Gesamte in Mark und Bein übergehen lässt.
Hinter dem Titel „Schlachtruf“ verbirgt sich auch ein solcher und hier hauen uns die Musiker wirklich derbe NDH um die Ohren. Eigentlich benötigt man hier gar keinen Text, denn allein die Drums und die Gitarren pfeffern so dermaßen, dass man nur noch auf eine Tanzfläche möchte.
Stimmungsgarantie = 100%.
Wer bei „Für Dich“ an eine Ballade denkt, ist hier an der falschen Adresse. Auch wenn eine Liebeserklärung Thema ist, findet der Hörer wieder feinen Rock mit einzelnen Metal-Elementen. Dennoch warte ich auf etwas Überraschendes im Sound, das leider nicht kommt.
Dafür lässt mich „Nichtigkeit“ an einigen Stellen aufhorchen, denn hier zeigt Ben, dass er auch ganz schwere, tiefe und harte Töne (Growls, Grunts) in einigen Textpassagen an den Tag legen kann. Zudem nimmt das Album noch einmal Fahrt auf mit temporeichen Instrumenten.
Weg des Herzens“ ist sanft, gefühlvoll und tragend, das Augenmerk liegt wieder verstärkt auf dem Text und der Song endet mit einem wahren Herzschlagfinale. Die Reise durch „Werden und Vergehen“, durch „Höhen und Tiefen“ des Lebens schließt der Titel „ Raum und Zeit“, der sehr gefühlvoll mit feinen Gitarrenklängen das Ende der Welt beschreibt und einen ruhigen und stimmigen Abschluss gibt.

Fazit: Das Erstlingswerk der fünf Musiker gefällt, es ist sehr abwechslungsreich und bietet jede Menge Unterhaltung. Für mich hat die Band den Weg in die Neue Deutsche Härte noch nicht ganz gefunden, denn es finden sich teils Elemente des Punk oder Rock. Bens Stimme überzeugt mit großer Vielseitigkeit, die Texte sind sehr gut durchdacht und kreativ. Ein rundum gelungenes Werk, dass die Originalität der Straubinger in den Vordergrund stellt und Lust auf mehr macht.

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Anspieltipp: Spielverderber, Schlachtruf

Phosphor – (Raum/Zeit) VÖ: 19.02.2016
Label: Into the Limelight
€ 10,00

Tracklist:

  1. Schwerelos

  2. Samhain (Komm mit mir)

  3. Spielverderber

  4. Lebewohl

  5. Kreis der Ewigkeit

  6. Halt mich

  7. Woge auf Woge

  8. Schlachtruf

  9. Für Dich

  10. Nichtigkeit

  11. Weg des Herzens

  12. Raum und Zeit

CD-Bewertungssystem:

Smiley als CDSmiley als CDSmiley als CDSmiley als CDSmiley als CD = Ohrgasmus

Smiley als CDSmiley als CDSmiley als CDSmiley als CD    = Gut gelungen

Smiley als CDSmiley als CDSmiley als CD        = Annehmbar

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