Konzertbericht: Unzucht – Live im Checkpoint/Coppengrave – Support Veagaz & Nox Interna

Veröffentlicht: 13. Dezember 2015 von guidowein in Konzertreviews
Schlagwörter:, , , ,

Auf den 12.12.2015 hatten sich nicht nur die Fans der Unzucht, Veagaz und Nox Interna gefreut. Nein, auch die Musiker von Unzucht hatten an diesem Abend ihr letztes Club Konzert der Venus-Luzifer-Tour als Headliner gegeben und somit genug Anlass ausgiebig mit ihren Fans zu feiern. Es sollte ein brillanter Abschluss einer wahnsinnig erfolgreichen Tour 2015 werden. Unterstützt wurden die Niedersachsen von Veagaz und Nox Interna. Die Diskothek Checkpoint in Coppengrave bei Alfeld gab diesem einzigartigen Abend ein besonders intimes Konzerterlebnis. Um 20:00 Uhr betraten die

SONY DSC

drei Musiker der Band Veagaz die Bühne unter mäßigen Applaus. In das Auge des Publikums stach natürlich zuerst der Drummer Sven, der mit rotem Hemd, Schlips und legere aufgesetzten Hut an seinem Schlagwerk Platz nahm. Auffällig war ebenso, dass Sänger Tom ebenfalls auch Bassist der Formation ist und sich sein Platz auf der rechten Bühnenseite befand. Etwas zu versteckt, wie ich fand. Der Gitarrist Jörg in der Bühnenmitte machte eine gute und souveräne Figur. Von Titel zu Titel erspielten sich Veagaz immer mehr die Herzen und Ohren des Publikums. Der Applaus wurde merklich heftiger und auch wir waren sehr angetan von der Kombo aus Düsseldorf und Hameln. Die eindringlichen Stücke ließen Batcave Blues mit Demon Swing und Elementen von Goth-Rock eindrucksvoll verschmelzen. Auch die Stimme von Sänger Tom überzeugte. Glasklar und mit viel Feinfühligkeit wurden die Songs dargeboten. Ich habe für mich auch gleich ein Lieblingsstück ausgemacht. Es war „Black Coffin“, der mit unter die Haut ging und lange im meinem Kopf nachhallte. Rundum ein sehr gelungener 30 minütiger Auftritt der von den Anwesenden auch ordentlich mit viel Beifall honoriert wurde. Wir hoffen auf ein baldiges Wiedersehen in der Nähe.

SONY DSC

Nach einer kurzen Umbauphase ging es dann um 21:00 Uhr mit Nox Interna weiter. Die Zuschauerzahl war nun auch auf eine ansehnliche Menge zwischen 100 und 150 angewachsen. Nox Interna hatten auch ihre Fans mobilisieren können, die schon aufgeregt in den ersten Reihen hin und her zappelten. Ein kurze mystisches Intro kündigte den beginn ihrer „Show“ an. Theatralisch betraten die fünf Künstler die Stage wobei Sänger Richy mit einer Art Büste auf die Bretter schlich und Arme an den rumpflosen Körper klippste um die, wie ich annahm, weibliche „Konstruktion“ inbrünstig abzuknutschen. Eine Darstellung, die nicht besser zu dieser Gothic-Rock Formation gepasst hätte. Schnelle Stücke, Balladen, Harte Riffs trafen auf Geschmachte, Gothic-Rock auf verhaltene Elektronik – alles war bei diesem Gig enthalten und es wurde auch zweimal auf Spanisch gesungen. Immer wieder viel die Theatralik des Frontmannes in den Focus. So bearbeitete Richy sein Bildnis auf einer Staffelei  mit diversen Farben und rammte zum Schluss noch inbrünstig eine Schere in das bearbeitete Bildnis. Den Fans gefiel diese Art der tragischen Inszenierung und gaben ohrenbetäubenden Applaus. Mir persönlich gefiel es nicht so sehr das die Stimme nicht klar genug zur Geltung kam. Die Texte waren so kaum wahrnehmbar. Der Sound war allerdings großartig. Ebenso das perfekt in Szene gesetzte Licht. So beendeten Nox Interna ihre „Aufführung“ nach gut 45 Minuten.

SONY DSCHektisch wurde die Bühne für den Headliner des Abends in Schuss gebracht. Die Jungs von Unzucht sollten dann um 22:00 Uhr die Bretter erobern. Was sie dann auch unter tosenden Beifall taten. Die Fanschar der Unzüchtigen drängte Richtung Bühne und es war klar zu vernehmen, dass sie heute Abend ihre „Heros“ feiern wollen. Die Zuschauermenge von mittlerweile 250-300 Gäste grölte und sang zum Eröffnungssong „Wir sind das Feuer“ ordentlich mit. Der Schulz heizte durch seine freundliche und fordernden Art die Menge in der kleinen aber feinen Location richtig an. Gefolgt wurde der grandiose Einstig mit dem Titelsong ihres Debütalbums „Totsünde 8“. So ging es Schlag auf Schlag weiter mit „Seelenblind“, „Schwarzes Blut“, „Der Untergang“ und „Unendlich“. De Clercq, Bassist Blaschke und Drummer Fuhrmann hatten sichtlich Lust auf den Gig und nahmen mit ihrer Spielfreude die komplette Stage ein. Oft kam es mir so vor als seien sie befreit und etwas zu albern . Wahrscheinlich waren sie auch erst einmal froh die Tour hinter sich lassen zu können und freuten sich auf die kleine Auszeit bis zum 26.12. Sympathisch waren die vier Niedersachsen auf jeden Fall und auch Fannähe wird bei ihnen sehr groß geschrieben. Dafür werden sie in der Szene geliebt und verehrt. Auch aufgefallen war das der Gesang von Gitarrist De Clercq, außer bei „Kleine geile Nonne“ komplett unterging. Nachdem ich zum verantwortlichen der Stage Crew gegangen bin um darauf hinzuweisen, kam ein lapidares : „Da kann ich nix machen.“ über dessen Lippen. Schade fand ich es trotzdem. Die stimmungsvollen Elektroelemente und Songgiganten wie „Unzucht“, „Nur die Ewigkeit“ und „Der letzte Tanz“ taten dem dennoch keinen Abbruch. Die Fans feierten die Band und wollten sie auf keinen Fall nach dem Track „Deine Zeit läuft ab“ von der Bühne lassen. So war es natürlich nicht verwunderlich das es noch vier Zugaben gab. „Schweigen“, „Engel der Vernichtung“, „Mein Grab“ und „Mit Dir oder ohne Dich“ beschlossen diesen Abend der musikalischen Ergüsse. Für mich persönlich ein abwechslungsreicher Abend mit einer Neuentdeckung namens Veagaz. Die Unzucht hat wahrlich schon bessere Konzertabende erlebt aber dennoch ganz respektabel ihre Venus Luzifer Tour beendet. Es war ein schöner Abend in einer sehr intimen Location in der Provinz von Niedersachsen.

Weitere Bilder findet ihr auf unserer Fotoseite!

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s