Review: 07.11.2015 Dark Dreams in Rock & Metal, Sputnikhalle Münster

Veröffentlicht: 15. November 2015 von steffischaaf in Konzertreviews
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Dieses Mal führte uns der Weg nach Münster in die Sputnikhalle zur Dark Dreams & Metal Veranstaltung. An einem lauen Abend im November trafen sich Rock und Metal Fans zu einem Stelldichein zwischen Headbangen und verträumten Gothic Rock. Bei unserer Ankunft gegen 18:00 Uhr, trafen wir die sympathischen Jungs von Sweet Ermengarde zu einem netten Plausch. Der Einlass und der Beginn des Abends verzögerte sich ein wenig, doch die zahlreichen Zuschauer störten sich daran nicht und vertieften sich in Gespräche. Die Location war sehr einladend. Kuschelige, überdachte Sitzecken mit schummrigen Licht luden den Gast zum Verweilen ein. Über einen kurzen Fußweg über den Hof erreichte Mann und Frau die überschaubare Halle. Die Sputnikhalle verfügt über zwei unterschiedliche große Konzerthallen. In diesem Fall wurde auf die etwas kleinere zurückgegriffen. Was den Abend aber keinen Abbruch tat und für familiäre Stimmung sorgte. In der Location befand sich außerdem eine Mini Pizzeria, die dem Besucher schon über das „Riechorgan“ mitteilte, dass es hier recht viel leckere Pizzen zur Auswahl gab. Die Getränke-Preise waren sehr human. Langsam füllte sich der Raum und die Gäste warteten auf den Beginn.

Draupnir

Draupnir

Diese Ehre hatten an diesem Abend die Lokalmatadoren Draupnir, die allerdings nicht vollbesetzt an den Start gehen konnten. Katharina, die normalerweise mit den hellen Klängen ihrer Flöte den harten Gitarrenriffs etwas Weiches dazugibt, konnte leider krankheitsbedingt nicht dabei sein. So musste auch Sänger Daniel auf seine weibliche Unterstützung am Mikrofon verzichten. Dennoch hatten die Musiker sichtlich Spaß auf der Bühne und nahmen die Anwesenden mit auf eine Reise in fantastische Welten rund um Odin und Co. Die harten Gitarrenriffs brannten sich in die Schädel und die Crowls und Screams in die Ohren. Die Band hatte einige ihrer anscheinend treuesten Fans und Freunde mitgebracht, die Stimmung machten und laut jubelnd die Formation feierte. Bei ihren beschwingten Piratenmelodien erinnerten sie mich stark an die Band Alestorm, die Gute-Laune-Takte kamen aber sehr gut an und brachten Bewegung ins Publikum. Ein guter Auftakt, der aber sicherlich mit Katharina noch runder gewesen wäre.

Sweet Ermengarde

Sweet Ermengarde

Nach den ersten Metal-Klängen wurde es Zeit für Dark-Dreams. Diese kamen von keiner geringeren Band als Sweet Ermengarde aus Bochum. Die nebelte die kleine Halle erst einmal ordentlich mit Räucherduftkerzen ein. Die erste Reihe bekam davon eine geballte Ladung um die Nase geweht.
Konzentriert, gelassen und professionell absolvierten die Musiker ihren Auftritt, waren sie auch recht gespannt, wie das Metal-Publikum auf den melancholischen Sound reagieren würde. Gut, einige hatten den Weg nach draußen genommen, doch so war mehr Platz für die Fans der Gothic-Rocker, die mit verträumten Blicken und manchmal auch geschlossenen Augen die sehr tiefgreifende Musik in sich aufnahmen und sich zum Träumen verleiten ließen. Die sehr eindringliche und warme Stimme des Sängers Daniel zauberte Gänsehaut auf meine Arme und ich muss sagen, im Vergleich zum letzten Konzert in Bielefeld haben mir die Musiker an diesem Abend noch besser gefallen, weil sie einfach sehr locker und entspannt ihre Songs performten und das sicherlich nicht zuletzt weil sie ihren gewohnten Schlagzeuger mit dabei hatten.

Infinite Horizon

Infinite Horizon

Infinite Horizon standen mit geballter Manpower auf der Bühne. Für die sechs Siegener war die Bühne fast ein wenig zu klein, denn ihr Progressive Metal krachte recht ordentlich und brachte jedes Metalherz zum höher schlagen. Mit ausdrucksstarken Stimmen und harten Gitarrenriffs rockten sie die kleine Halle in Münster. Das sie auch nach fast 20 Jahren Bandbestehen immernoch Spaß und Leidenschaft für ihre Musik haben, sah und hörte man deutlich, auch die Keys und Synths kamen nicht vom Band, wie bei einigen anderen. Bastian stand mit vollem Engagement hinter seinem Instrument und schaffte es auch trotz Headbanging die richtigen Tasten zu treffen. Das Publikum wurde gänzlich mitgerissen und auch sie zeigten, wie Haare im Takt fliegen können. Ein sehr starker Co-Headliner, der die Stimmung ordentlich aufheizte für den Schlussact des Abends.

The Hourglass

The Hourglass

Mittlerweile sind The Hourglass keine unbeschriebene und unbekannte Band mehr, hatten sie auch in den letzten Monaten oft die Möglichkeit gehabt ihren Bekanntheitsgrad in Deutschland zu steigern. Die Rumänen starteten ebenfalls mit einer ordentlichen Portion Metal in das Finale. Sängerin Alma sog die Takte förmlich auf und versprühte sie in die Menge mit jeder Menge Elan und Kraft. Ihre Stimme klang klar und fordernd, ihre Spielereien mit dem Publikum verfehlte nicht ihre Wirkung, denn dieses belohnte die Band nach jedem Song mit kräftigem Applaus und Jubelrufen. Und dieser Zuspruch verleitete die Band noch mehr Gas zu geben und noch härter in die Gitarrensaiten zu greifen. Es wurde gerockt, die Haare flogen und Alma präsentierte sich und ihre Mitglieder mit bester Bühnenpräsenz und ausdrucksstarker Gestiken und Bewegungen. Leider fanden wir ihre Stimme für das Sisters of Mercy Cover von „This Corrosion“ nicht ganz so passend, doch das tat dem Gesamten keinen Abbruch.

Fazit: Wir erlebten Dark Dreams, Rock und Metal in vier unterschiedlichen Varianten, die alle überzeugten, auf ihre Weise das Publikum mitrissen und die kleine Halle zum Kochen brachten. Ein rundum gelungener Abend! Unser Dank geht auch an den Veranstalter, der die gut ausgewählten Bands nach Münster lockte.

Weitere Bilder von dem Abend findet ihr auf unserer Fotoseite.

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