Es war Samstagmittag und die Sonne begrüßte uns wieder mit ihren herrlich wärmenden Sonnenstrahlen.
In der an der Weser gelegenen Sumpfblume, mit der wundervollen Terrasse zum Fluß, hatten wir unsere Pläne für den zweiten Festival-Tag festgelegt.

SONY DSC

Diabulus in Musica

So sollte unser Tag in der Sumpfblume um 13:15 Uhr mit der baskischen Band Diabulus in Musica beginnen. Die Räumlichkeite war überschaubar gefüllt. Symphonic Metal mit harten Riffs, schallenden Drums und feinen Keyboard-Klängen begeisterten die Anwesenden und uns absolut. Sängerin Zuberoa hatte eine sehr angenehme Stimme, die sich sanft in die Gehörgänge setzte und sie wirkte strahlend und glücklich auf der Bühne, was wohl nicht zuletzt an ihrem kleinen, aber nicht mehr übersehbaren Babybäuchlein lag.

SONY DSC

Ravenscry

Ravenscry aus Mailand sollten folgen. Die italienische Formation um Sängerin Giulia Stefani gab den Gästen feinsten Metal-Rock auf die Schläfen. Ein perfektes Zusammenspiel zwischen harten Sound und Giulias exzentrischer Stimme. Nach drei Stücken hatte ich persönlich genug von den Gesangseinlagen, da sie auf mich etwas eintönig klangen.
Zeitgleich brachten Nachtgeschrei in der Rattenfängerhalle ihre Mischung aus feingliederigen Folk und brachialen Heavy Metal an den Mann und an die Frau. Die Show war mitreißend und leidenschaftlich. Die halbvolle Halle dankte den Musikern für ihre Darbietung mit ordentlichen Beifall. Weiter ging es mit den Cyber-Punkern Dope Stars Inc. mit ihren Industrial-Beats und einem Hauch Rock. Die Italiener sind in der Szene kein unbeschriebenes Blatt, aber dennoch sprang der Funke nicht wirklich auf die Anwesenden über.

Harpyie

Harpyie

So machten wir uns wieder auf den Weg, um Harpyie zu sehen. Die Band aus dem ostwestfälischen Bünde um den extrovertierten Sänger Andre Aello, hat seit Gründung der Gruppe 2011 eine ordentliche Fangemeinde aufgebaut. Das merkten wir schon am Eingang wo die Musiker eine ganze Menge der Gäste persönlich begrüßte. Fan-Kontakt scheint hier noch etwas Wert zu sein. Sehr professionell auch der extra in einer Ecke aufgebaute Merch-Stand. Sogar die Zahlung mit EC Karte war hier möglich. Die freundlichen Mitarbeiter und Musiker der Sturmvögel standen jedem Besucher Frage und Antwort. Das wohlgemerkt alles VOR ihrem Gig!
Die Bünder Band starteten ihre „Freakshow“ vor gut gefüllter Location. Eine beeindruckende Show, die allen Beteiligten das Herz höher schlagen ließ. Metal gepaart mit Mittelalter wurde hier perfekt umgesetzt und ließ die Zeit wie im Fluge vergehen.
Auf dem Schiff gab währenddessen Melted Space aus Frankreich mit ihrem Opera Metal ein Stelldichein. Das mäßig gefüllte Schiff überzeugte seine Zuschauer. So ging es dann für uns weiter zu Clan of Xymox in die Rattenfängerhalle. Die niederländische Formation um Leadsänger Ronny Moorings sind alte Hasen im Dark Wave Geschäft und dürfen seit Jahrzehnten auf wichtigen Festivals nicht fehlen. Professionell und gekonnt wird vor gut gefüllte Halle die Stage zur Manage für die Nimweger Kapelle. Begeisterte Reaktionen des Publikums. Nach einer kurzen Verschnaufspause ging es dann weiter mit Diorama in der Sumpfblume. Durch kleine Tonprobleme gab es hier eine 15 minütige Verzögerung. Dafür wurde anschließend der sehr gut gefüllte Raum ebenso eingenommen wie es Torben Wendt es auf den Brettern tat. Diese Band ist absolut ambitioniert, professionell und steht zu 100% hinter ihrer Musik. Das spürte der Zuschauer mit jeden Ton von Torben und seinen Mannen. Es machte einfach nur Spaß die eingängigen Songs aufzusaugen, wo garantiert kein Fuß still stand.

Leaves´Eyes

Leaves´Eyes

Auf ging es wieder in die Rattenfängerhalle wo seit 19:15 Uhr Leaves`Eyes auf der Bühne ihre Symphonic Metal Künste zum besten gab. Soundtechnisch war hier, wie schon an allen anderen Spielstätten, alles in bester Ordnung. Die Lichtshow untermalte die Stimmung und Handlungen der einzelnen Songs. Stimmlich waren Alex und Liv ebenfalls bestens dabei. Die zahlreichen Zuschauer honorierten den perfekten Auftritt und sangen und klatschten gebührend mit, animiert wurden sie durch die Band jedenfalls genug.
Beyond the Black war unser nächstes Opfer für die Linse und unseren Notizblock. Die Metal-Newcomer-Band des Jahres 2015 wurde erst Mitte Oktober als Co-Headliner vom Veranstalter bekannt gegeben.

Beyond the Black

Beyond the Black

Sie bekamen dieses Jahr den Metal Hammer Award für ihr Debüt-Album Songs of Love and Death. Auf den großen Festivals Europas standen die vier Mannheimer 2014 und 2015 auf der Bühne. Unter anderem auch auf dem Wacken Festival. Die Erwartungen der Zuschauer und auch unsere waren schon sehr hoch. Aber wir sollten nicht enttäuscht werden. Der Applaus war von Anfang an recht ordentlich. Die Band an sich präsentierte sich extrem spielfreudig. Von Beginn an gaben sie alles, nicht zuletzt weil sie von der ausgezeichneten Stimmung im Publikum getragen wurden. Sängerin Jennifer war stimmlich ausgezeichnet aufgelegt. Der kleine Wildfang hatte sichtlich Spaß auf der Bühne und wirbelte zwischen den Bandmitgliedern umher. Beyond The Black sorgen nicht nur auf ihrem Debütalbum für  brillante Musik, sondern können diese auch perfekt bei ihrer Bühnen-Show umsetzen. Das brillante Konzept passt und der Gast verlässt nach diesem Gig zufrieden die Halle.

Schwarzer Engel

Schwarzer Engel

Schwarzer Engel waren die nächsten Künstler, die in der Sumpfblume um 21:45 Uhr auf ihren Einsatz warteten.
Finster und dramatisch ging es los. Es machte sich eine bedrohliche Stimmung breit. Sänger Dave Jason stand in einer goldenen Rüstung auf der Bühne und überbrachte dem Auditorium so seine modernen Dark Metal Botschaften über Liebe, Hass und „Gott vs. Satan“! Diese Formation schaffte es perfekt verspielte, kreative und symphonische Elemente zu vereinen. Die Hörerschaft dankte der Band mit ausufernden Beifall.
Rabbit At War standen pünktlich um 22:00 Uhr auf dem Schiff „Hameln“ auf dem „Perserteppich“. Die skurrilen Hasen wirkten für mich, mit ihrer „Kriegsbemalung“, nicht gerade als wären sie darauf aus frische Möhrchen zu bekommen. Das Gießener Dark-Electro Projekt brachte das mäßig besuchte Schiff allerdings zum Kochen. Das Publikum war begeistert von den treibenden Beats kombiniert mit harten Gitarrenriffs und der Agro-Stimme des Sängers Christian.

Rabbit at War

Rabbit at War

Rabbit At War befindet sich gerade in einer Art Selbstfindungsphase. Die Töne sind härter und rockiger geworden. Was scheinbar auch das Ziel der Band ist, sich von der Elektronik etwas zu lösen. Dieses gelang den sympathischen Hasen General und seinen Klopfern hervorragend. So sahen es  auch einige der anwesenden Gäste und spendeten nach dem Gig ordentlich Applaus.
Nach einer etwas längeren Umbauphase hatten wir die Möglichkeit einige Gespräche mit Gästen und Künstlern zu führen. Die Meinungen über dieses feine Festival waren einstimmig positiv. Wir hörten von eingigen Festivalbesuchern dass sie auf jeden Fall 2016 wieder in die schöne Rattenfängerstadt zum Autumn Moon Festival kommen würden. Wenn das mal nicht ein Volltreffer der Veranstalter ist?!!

NOYCE™

NOYCE™

Zu guter letzt kommen wir zum Schluss-Act NOYCE™ aus Düsseldorf. Die vier Düsseldorfer sind um 0:00Uhr gefragt den Deckel auf das brillante Festival zu setzen. Da in der Rattenfängerhalle And One noch spielten, entschied der Veranstalter noch 15 min zu warten, damit noch mehr Zuhörer den Weg auf die „Hameln“ fanden. So geschah es auch und die „Löwen“ aus Düsseldorf legten mit einem klasse Intro und  „Coma“ los. Der Beat bohrte uns gleich ein Loch in den Bauch. Songs wie „Inschallah“ (passend zum Teppich) oder „Tagwerk“ brachten das mittlerweile recht gut gefüllte Schiff zum Beben. Der Frontmann Florian Schäfer, fegte nur so über die „Stage“ und packte das Publikum vollends mit „This World“ und „Fall[out]“. Es gab kein Halten mehr und das Auditorium tanzte, klatschte und sang beherzt mit. Alle hatten an diesem Abend das Gefühl mit der Band ein riesiges Kollektiv zu sein. Das Band zwischen den Gästen und der Düsseldorfer Formation wurde von Florian immer wieder durch spaßige Sprüche aufrecht erhalten. Nach zwei Zugaben hatte das Spektakel in jeder Hinsicht ein Ende. Florian bedankte sich und stellte jedes einzelne Bandmitglied mit Namen vor und sprach von „Gänshaut Momenten, die sie so schnell nicht vergessen werden“!
Wir von Independent Sounds waren dann überglücklich das sich NOYCE™ trotz der späten Stunde von 2:00 Uhr, noch Zeit für ein kurzes Interview mit uns genommen hat. Das ist wirklich nicht selbstverständlich und wir bedanken uns an dieser Stelle noch einmal an alle Beteiligten recht herzlich. Somit war es auch für uns Zeit zu gehen und unsere Gedanken ließen alle gewonnenen Eindrücke in unseren Gehirnwindungen kreisen und sprachen mit leiser Stimme, wir freuen uns schon auf das Autumn Moon Festival 2016 in der historischen Rattenfängerstadt Hameln!

Fazit: Es war ein hervorragendes erstes Autumn Moon Festival in Hameln mit toller Organisation. Die Bands hätten nicht besser gewählt werden können, für jeden Geschmack war etwas dabei. Die Wege zu den verschiedenen Locations waren angenehm und bei herrlich schönem Wetter auch für Jeden gut auszuhalten.
Wir freuen uns sehr, dass Hameln so etwas Tolles zu bieten hatte an diesem schaurigem Wochenende und sind schon sehr gespannt auf die Wiederholung im nächsten Jahr, die dann hoffentlich noch mehr „Schwarze“ in die schöne, historische Stadt locken wird. Es ist auf jeden Fall eine Reise wert.

Kleine Verbesserungsverschläge:

  • mehr Auswahl beim Essen z.B. Suppen, Pizza, Baguettes
  • bitte eine Alternative finden für die Bodenauslage im Schiff (Stolpergefahr)
  • unbedingt größeren, oder breiteren Fotograben in der Rattenfängerhalle
  • Festival T-Shirts in Girlie
  • mehr Werbung in und um Hameln
  • weniger Überschneidungen der Bands

 Weitere Bilder vom 31.10.2015 findet ihr bei IndependentSoundsFotos

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s