Konzertbericht: 23.10.2015 Through The Gates Of Oblivion – Tour Autumn 2015

Veröffentlicht: 26. Oktober 2015 von guidowein in Konzertreviews
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Konzert ForumThrough The Gates Of Oblivion – Tour Autumn 2015, unter diesem Motto luden an einem milden Abend im Oktober die Bands The House of Usher, Sweet Ermengarde und Reptyle die schwarze Gemeinde zu einem gepflegten Gothic-Rock-Konzertabend in das Forum Bielefeld  ein.

Die Veranstaltungsort war perfekt für dieses Programm geeignet. Das Forum Bielefeld ist schon seit gefühlter Ewigkeit ein fester Bestandteil der Bielefelder und Ostwestfälischen Konzertkultur. Die  Location an der Meller Str. 2 ist zwar leicht versteckt, aber dafür umso bemerkenswerter mit seinen großzügigen Räumlichkeiten und Innendekoration. Somit also eine perfekte Voraussetzung für ein klassisches Gothic-Rock-Gefühl.

Der Einlass war pünktlich um 19:00 Uhr. Um 20:00 Uhr sollte die erste Band auf den Brettern stehen. Sweet Ermengarde befand sich zum Einlasszeitpunkt jedoch noch beim Soundcheck. Die Musiker auf der Bühne wurden allerdings vor neugierigen Blicken durch einen Vorhang geschützt. Da das Forum über einen großzügigen Theken-Bereich verfügt, wurde es den Gästen relativ leicht gemacht auf den Beginn der Show zu warten. Mit einem gepflegten Drink und einigen netten Gespräche am umfangreichen Merchstand oder mit dem sehr freundlichen Theken-Personal, sowie auch mit verschiedenen Musikern, der an diesem Abend auftretenden Bands, verging die Zeit des Wartens wie im Flug. Die Location füllte sich nur spärlich, was wohl daran lag, dass es an diesem Abend eine Menge anderer Veranstaltungen in der Stadt und der Region gab. Mir erschließt sich nicht warum in einer Stadt wie Bielefeld, die ja bekanntlich nicht zu den größten Metropolen des Landes gehört, es immer wieder Veranstalter gibt, die anstatt untereinander zusammen zu arbeiten, lieber immer wieder in den Konkurrenzkampf gehen. Ich weiß nur eines, den Zuschauern, Gästen und vor allem den Künstlern, wird damit sicherlich KEIN Gefallen getan!
Nichtsdestotrotz, hatten ca. 100 Personen den Weg zum Forum eingeschlagen!

1508024_466980073482066_5065507713110589357_nGegen 20:15 Uhr war es dann soweit und unter Beifall und einer Menge Nebel eroberten Sweet Ermengarde die Stage. Tiefe Bässe bohrten sich in unsere Mägen und Gehörgänge. Eine tolle und eindrucksvolle Atmosphäre umlagerte die Räumlichkeiten. Die Lichtverhältnisse waren teils mystisch bis erwachend und überzeugend. Sweet Ermengarde war nach Bielefeld ohne ihres Drummers Rafael gereist. Aber anstatt den Drum-Computer mitzubringen entschlossen sich die sympathischen Bochumer, auf einen erfahrenen Ausweich-Schlagzeuger zurückzugreifen, der seine Arbeit an diesem Abend sehr gut bewältigte, auch wenn es für ihn sicherlich nicht so einfach war die Stücke in einem so kurzem Zeitraum einzuüben. Auffallend in der Formation war natürlich der neue Sänger Daniel. Nicht nur optisch, sondern auch stimmlich bietet er einen weiteren Schritt für Sweet Ermengarde an die Spitze der Deutschen Gothic-Rock-Bands. Gespielt wurden Songs aus der gesamten Schaffenszeit der Band seit 2011. Stücke aus ihren Alben Raynham Hall und das noch nicht veröffentlichte Ex Oblivione. Das Publikum war schwer begeistert und belohnte die Musiker durch ordentlichen Beifall und diverse Tanzeinlagen. Ich hatte an diesem Abend eine ganze Menge Spielfreude bei den Jungs gesehen. Das macht für die Zukunft einfach Spaß auf mehr Sweet Ermengarde!

In der Umbaupause luden die Getränke- und der Merchstand im Thekenberich zu einer Verschnaufpause ein. Dabei hoben sich die gewohnt fairen Preise vom Standard ähnlicher Veranstaltungen positiv ab!

12049299_466979786815428_8195731720213525133_nEs ging also weiter mit Zulu und seinen Reptilien. Gegen 21:30 Uhr gaben sich Reptyle die Ehre auf der Bühne. Die Lokalmatadoren aus Bielefeld haben mittlerweile eine recht große Fanbase im Ostwestfälischen und darüber hinaus. Reptyle spielten an diesem Abend Songmaterial ihrer diverser Alben, von Monochrome bis zum aktuellen Silberling Night and the River. Die heftige Mischung aus Shoegaze, Punk und Goth Metal ließen die Tanzbeine der Zuschauer schwingen. Zulu tat es dem Publikum gleich und sang sich, mal klar und deutlich, mal röhrend, in starken und ausdrucksstarken Posen in den Zenit-Himmelspol des Abends. Leider lies die Stimme Zulus nach ca. 40 min ordentlich nach und die hohen und vor allem langsameren Stücke waren eher suboptimal.
Auch beim Rest der Band spürten die Zuschauer die Lust auf den Abend und die Leidenschaft am Spielen.
Ich kann wirklich sagen, da treffen rauhe Death Rock-Gitarren auf hymnische Refrains. Gut eine Stunde dauerte der Auftritt der Ostwestfälischen  Band.

12046706_466979706815436_2500584285728076547_nNach einem flotten Umbau betraten auch schon The House of Usher die Stage. Die Band kann bereits auf 25 Jahre Bandgeschichte zurückblicken und auf elf Alben. Am 06.10.2015 veröffentlichte The House of Usher einen weiteren Meilenstein ihrer Bandgeschichte : INAUGURATION!
Auch aus diesem Album wurde das eine oder andere Stück zelebriert. Ja, so kann man es sagen, denn Sänger Jörg Kleudgens, setzte schon optische und stimmliche Akzente an diesem Abend. Als Mumie im Gothic-Style und dieser unverwechselbaren epischen Stimmung die den Raum erfüllte. Macht euch selbst eine Vorstellung, die Bilder dazu gibt es auf unsere Seite!
Unterstützt wurde Jörg auf der Bühne von Lars Kappeler am Bass von Sweet Ermengarde. Ich persönlich war dann doch etwas enttäuscht, da das Herz der Band, das Schlagwerk, durch einen Drumcomputer ersetzt wurde. Die Songauswahl erstreckte sich aus gegebenen Anlass auf die letzten 25 Jahre und sollte das Publikum nicht enttäuschen. Die Gäste nahmen die düsteren bis hymnischen Songs gerne tanzend und klatschend an.

Fazit: Alle drei Bands hinterließen an diesem Abend einen guten Eindruck. Es war eine deutliche düstere und knisternde Atmosphäre in den Räumlichkeiten zu spüren. Für den gemeinen Schwarz-Träger gab es an diesem Abend eine gute Mischung aus fetzigem Punk mit Gothic Einfluss bei Reptyle als auch tiefgreifende Momente bei Sweet Ermengarde und The House of Usher. Mein persönliches Highlight waren die fünf Bochumer um Lars Kappeler von Sweet Ermengarde. Wir von Independent Sounds freuen uns schon sehr die sympatischen Jungs in Münster am 07.11.2015 auf dem  Dark Dreams in Rock & Metal Festival wiederzusehen!

Weitere Bilder des Abends findet ihr bei Independentsoundsfotos!

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