CD- Review: Harpyie – Freakshow (VÖ: 18.09.2015)

Veröffentlicht: 14. September 2015 von steffischaaf in CD Review
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Hereinspaziert, hereinspaziert!!!

2011 gründeten sechs Musiker aus dem schönen Löhne in Nordrhein-Westfalen die Band Harpyie, die mit Deutschrock, Folk-Rock, Metal und Metalcore verschiedene Genre der „schwarzen“ Szene bedienen wollten. 2013 kam schließlich ihr Debüt Willkommen im Licht auf den Markt, das mit Liedern wie „Sturmvogel“ und „Blutsbrüder“ sehr druckvoll und einschlägig daherkam und einen bleibenden Eindruck hinterließ. Mittlerweile hat die Band auf Facebook über 11000 Anhänger, Grund genug endlich Nachschub zu liefern. Am 18.09.2015 erscheint das neue Album Freakshow: Wir durften es vorab hören!

Das Intro läd zur Reise in die Freakshow mit Zirkus- und Rummelmusik, man wird Willkommen geheißen in der Welt des Absurden und Verrückten und aus den schwingenden Rummelklängen werden schnell Schlagzeugdrums und die „Freakshow“ beginnt. Der Titelsong strotzt mit tanzbaren und treibenden Beats, die sofort auf den Hörer überspringen und fasziniert mit seinem Text über Raupenmenschen und zweiköpfigen Gestalten. Sofort fühlt man sich inmitten dieser skurilen Welt. Diesen Schein kann die Band mit „Monster“ bewahren, ein düsterer Song, der mit Dudelsackklängen beginnt und schnell den Übergang zu den durchdringenden Gitarrenriffs findet. Das könnte ein absoluter Stimmungsmacher auf den Festivals und Konzerten werden, denn wer beim Hören nicht automatisch mit dem Headbangen anfängt, der sollte mal zum Arzt gehen.
Wer hinter „Elisa“ eine Ballade vermutet, den muß ich leider enttäuschen, so anmutig der Titel vielleicht klingen mag oder gar nach einer Liebeserklärung, er ist treibend durch die Riffs und die wundervolle Geige, die im Hintergrund ihre Töne von sich gibt. Immer mehr wird der Hörer vielleicht Vergleiche ziehen zu Saltatio Mortis oder Subway to Sally, aber ich denke gerade mit diesen Namen in Zusammenhang gebracht zu werden, ist für die Musiker von Harpyie nicht unangenehm, zu Mal sich hinter dem Produzenten kein anderer als Simon Michael Schmitt, Drummer bei Subway to Sally, verbirgt.
Der rockige und fetzige Faden verliert sich auch in den nachfolgenden Titeln nicht. Aellos Stimme überrascht mich immer wieder mit wechselnden Klangfarben, ob melodisch oder hart und kraftvoll, alle Varianten werden bedient und überzeugen gänzlich. Nach etwas ruhigeren Klängen um den „Faulen Zauber“ fliegen dem Hörer bei „Tanz auf meinem Grab“ die Beats nur so um die Ohren. Es groovt, die Gitarrenriffs rocken und finden sich im Einklang mit der Geige. Ein Song zum Tanzen und Haare wirbeln.
„Karneval der Kreaturen“ und „Der schwarze Mann“ sind sehr eingehende Titel mit schweren, düsteren und tiefen Klängen. Auch hier legt die Band wieder viel Wert und das hauptsächliche Augenmerk auf die Gitarren, die insgesamt wirklich sehr dominant erscheinen, aber definitiv nie fehl am Platz sind.
Ein Schrei und stark bearbeitete Drums hauen mich bei „Wilde Reise durch die Nacht“ förmlich aus den Socken, ein treibender und festivaltauglicher Song, der mit Sicherheit keinen Besucher auf dem Platz nicht zum Tanzen verleiten würde.
Das Finale kündigt sich an, mit „Wahnsinn“ erwartet den Hörer noch einmal sämtliches, instrumentales und natürlich auch stimmliches Können der Band. Nachdem man gut 1,30 Minuten auf den Einsatz von Aello gewartet hat, versprüht er zum Abschluss den endgültigen Wahnsinn um gespaltene Persönlichkeit und groteske Irre.

Fazit: Ich bin absolut begeistert und fasziniert von dem neuen Werk der Musiker aus Löhne. Das Thema zieht sich komplett durch das Album, die Texte sind sehr fantasiereich und eindringlich. Die Kompositionen der Stücke sind rockig, eindringlich, tanzbar, kurzweilig und abwechslungsreich. Von Folk bis Metal ist alles vertreten. Ich konnte mich absolut in diese freakige Welt hineinversetzen, hatte immer wieder die irrsinnigsten und düsteren Bilder von skurilen Menschen mit bizzarem Ausehen vor Augen. Wer sich ebenfalls in diese Welt entführen lassen möchte, dem lege ich Freakshow wärmstens ans Herz.

Smiley als CDSmiley als CDSmiley als CDSmiley als CDSmiley als CD

Anspieltipp: Wilde Reise durch die Nacht

Harpyie – Freakshow (VÖ: 18.09.2015) Freakshow (Digipak)
Label: Metalville
€ 17,99

Tracklist:

  1. Freakshow
  2. Monster
  3. Elisa
  4. Dunkle Wissenschaft
  5. Fauler Zauber
  6. Tanz auf meinem Grab
  7. Karneval der Kreaturen
  8. Lebendig begraben
  9. Der schwarze Mann
  10. Wilde Reise durch die Nacht
  11. Goblin
  12. Das Zweigesicht
  13. Wahnsinn

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