Review: 12.06.2015 Blackfield Festival Tag 1

Veröffentlicht: 15. Juni 2015 von steffischaaf in Konzertreviews, Veranstaltungen
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Viele traf die Nachricht, das Blackfield 2015 findet zum letzten Mal statt, mit Entsetzen. Umso mehr war es ein Grund dem Amphitheater und dem herrlichen Ambiente einen letzten Besuch abzustatten.
Bei schönstem Sonnenschein und heißen Temperaturen fanden sich schon zahlreiche Festivalbesucher am Donnerstag auf dem Campingplatz ein, um pünktlich am Freitag um 16 Uhr auf das Festivalgelände zu strömen und sich erst einmal einen schattigen Platz zu sichern. Ja, die Sonne brannte und rächte sich bereits am ersten Tag bei Einigen mit Sonnenbrand.

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Xiphea

Um 16.40 Uhr eröffnete die Band Xiphea aus Nürnberg das vielfältige, musikalische Wochenende. Sie gewannen den Battle of the Bands Contest der Zeitschrift Sonic Seducer und hatten die große Ehre als Opener zu agieren. Nicht einfach als Erste das Fest zu eröffnen möchte man meinen, doch die einzige Symphonic-Metal Band an diesem Wochenende ging absolut resolut an die Aufgabe und überzeugte auf vollster Länge. Völlig locker und entspannt standen die Musiker auf der Bühne und boten den doch schon recht zahlreichen Fans ein perfekt ausgewähltes Set. Sabines weiche, sanfte Stimme vereinte sich sehr harmonisch mit den Instrumenten ihrer Bandmitglieder. Es gab keine zu hohen, schmerzhaften Töne, wie bei manch anderen ihrer Kolleginnen, dafür leichte orientalische Einflüsse und Tanzeinlagen, die sehr gut in das Konzept passten.
Ein wunderbarer Auftritt der Nürnberger, die in Zukunft gern mehr von sich hören lassen dürfen und die Aufgabe des Openers vortrefflich gemeistert haben.

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Preverse

Seasurfer mussten aus privaten Gründen leider das Festival absagen. Kurzfristig sprang die Lokalband Preverse ein und sorgte mit ihrem eingängigen Elektrorock für Schwung in den Beinen. Besonderes Augenmerk legten wahrscheinlich auch einige männliche Besucher auf die zwei Damen, die mit vollem Engagement hinter dem Keyboard in die Tasten hauten oder am Bühnenrand lässig die Basssaiten zupften. Mit ihrem abwechslungsreichem Repertoire an Songs verging die Zeit leider wie im Fluge, doch den Namen sollte man sich merken und nach weiteren Gigs ein Auge offen halten, um dann ggf. einen der unters Volk gebrachten rosa Flamingos zurückzubringen.

Elektronische Klänge herrschten an diesem heißen Nachmittag vor und so übernahm die schwedische Gruppe Spetsnaz das Kommando auf der Amphitheater-Bühne. Mit guten, altem, klassischen EBM schafften sie es auch, dass Einige auf den Rängen ihren Allerwertesten hoben und sich den Takten der Musik hingaben. Allerdings wird es hier mal wieder Zeit für ein neues Album mit frischen Beats.

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Absolute Body Control

Eine Garantie für gute Musik und stimmigen Sound bieten auf jeden Fall jedes Mal Absolute Body Control. Den zwei Herren merkte man deutlich die Berufserfahrung an, sie agierten locker und entspannt, aber immer noch mit viel Elan und Kraft. Die Bühne ist natürlich für ein Zwei-Mann Projekt sicherlich viel zu groß, doch die Konzentration der Leute hing deutlich an den Musikern, so dass man die Gesamtfläche einfach vergaß und sich der Musik hingab und tanzte. Es war wieder ein gelungener Auftritt der Belgier nach 2011, die einfach in das Line-up passten und den elektronischen Teil des Freitags perfekt abrundeten.

Auch beim letzten Blackfield ließ es sich Stamm-Moderator Jens von X-Divide nicht nehmen die Bands unter tosendem Applaus auf die Bühne zu bitten, doch kurz vor Lord of the Lost kam er mit der schlechten Nachricht einer Unwetterwarnung und ehrfürchtig starrten alle zum Himmel, der sich leider schon deutlich zugezogen hatte und die ein oder andere kleine Windboe versprach nichts Gutes. Doch noch war es trocken und Zeit für dreckigen Rock aus St. Pauli.

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Lord of the Lost

Schwarz geschminkt, wie wir sie kennen eroberten die Jungs von LOTL die Bühne und rockten die Stage mit voller Kraft. Schon lange hatte ich von der Band nicht mehr so harten Sound gehört wie an diesem Abend und ich fand es toll sie mal wieder richtig „dreckig“ und rockig zu hören. Chris Stimme, kraftvoll wie immer zog natürlich wieder sämtliche Mädchenherzen in seinen Bann und brachte wahrscheinlich die ein oder andere mit seinen Blicken und seiner Wasserdusche nah an die Ohnmachtsgrenze. Mit jedem Auftritt der sympathischen Musiker merkt man die Weiterentwicklung, die Professionalität und die Routine. Sie wirkten locker, machten ihre Späßchen mit einem Ausflugsschiff und genossen sichtlich das Ambiente der tollen Location. Nur leider spielten sie zum Schluss „La Bomba“ und das ist leider ein Lied, bei dem ich sonst auf den „OFF-Schalter“ drücke.

Vom Unwetter zum Glück verschont, gaben sich zum Abschluss Subway to Sally die Ehre auf der Bühne. Einmal im Jahr erleben wir sie wohl alle mal auf einem Festival. Im letzten Jahr erschien ihr neues Album Mitgift und aus diesem hatte die Band drei Songs auf ihr Set gepackt. Mit „Warte, warte“ starteten sie zum Finale des Abends und rockten das Amphitheater. Die Zuschauer jubelten, schreiten nach Aufforderung und tanzten ausgelassen. Natürlich durften Feuerfontänen nicht fehlen, die mondän gen Himmel stiegen und den ersten Reihen noch mehr einheizten. Klassiker hatten die Potsdamer selbstverständlich auch im Gepäck. Die Titel „Kleid aus Rosen“, „Besser du rennst“, „Tanz auf dem Vulkan“ und „Sieben“ durften an so einem Abend nicht fehlen, jeder eingefleischte Fan wartet einfach nur auf die eingängigen Songs. Und der erste grandiose Abend des Blackfield-Festivals fand sein Ende mit „Julia und die Räuber“. Ein solider Auftritt der Profis, leider ohne großartige Überraschungen aber gewohnt stark.

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Subway to Sally

 

Weitere Bilder findet ihr hier: IndependentSoundsFotos

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