Konzertreview: 07.03.2015 Lebanon Hanover – Ash Code, Movie Bielefeld

Veröffentlicht: 8. März 2015 von steffischaaf in Konzertreviews
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Von himmelhoch jauchzend zu Tode betrübt

So, nun wollte ich doch einmal wissen was daran ist, dass Lebanon Hanover im Moment die Cold-New-Wave-Minimal-Electro-Synth-Szene so aufmischen und in aller Munde sind!
Zusammen mit Ash Code aus Itlaien, sollte mich also ein grandioser Abend im Movie Bielefeld erwarten. DJ Thomas Wave hatte an diesem Samstag ein ganz besonderes Konzerterlebnis für sein Publikum zusammengestellt. Es wurde ihm direkt mit einem vollen Haus gedankt. Circa 220 Gäste hatten sich an diesem Abend im Movie zusammen gefunden um eine düstere, tanzbare Nacht mit viel Atmosphäre zu erleben. Auffallend war sofort nach Öffnung der Konzerthalle, wie schnell sich dieser füllte!
Nachdem sich die vorderen Reihen langsam schlossen, ging es gegen 20.30 Uhr auch endlich los.

SONY DSCSo betraten die drei Künstler von Ash Code bei einem sehr düsteren Intro, mit viel Nebel die Bühne. Mit hämmernden Beats ging es in die Vollen und man hatte das Gefühl, dass die drei Italiener es kaum erwarten konnten, ihrer musikalische Darbietung endlich wieder freien Lauf lassen zu können. Es machte von Anfang an Spaß dieser jungen Band auf der Bühne zuzusehen und ihren elektronischen Klängen mein Gehör zu schenken. Auch der Sound stimmte. Die Musik war genauso klar und deutlich wie die Stimmen. So ging es dann auch weiter, nach einem freundlichen Empfang des Bielefelder Publikums und einem freundlichen „Hello“ seitens Alessandro. Mit stampfendem Rhythmus leitete die Band den zweiten Song ein. Das Publikum nahm diese heißen Beats gerne an und tanzte, teilweise mit vollstem Körpereinsatz. Es war eine Freude Claudia, Alessandro und Adrian bei ihrer Performances zuzusehen. Die Band machte eine mehr als ordentliche Figur und hatte sichtlich Spaß. Die Kombination aus Synthi, E- Gitarre und elektronischem Schlagwerk waren sehr gut aufeinander abgestimmt.
Den Saal zum Kochen brachte der Song „Oblivion“, der mich sehr stark an She Past Away erinnerte. Ein brillanter Song, den das Publikum mit viel Applaus und Pfiffen honorierte.
Auch ein besondere Moment war es, als Claudia das Mikro ergriff und den Song „Drama“ zum Besten gab. Etwas mehr Bewegung seitens Claudia hätte dem Song allerdings etwas mehr Dynamik gegeben. Dennoch ein sehr gelungenes und ausdrucksstarkes Stück. Mit dem letzten „Track Dry Your Eyes“ beendeten Ash Code ihren großartigen Gig. Die Besucher feierten und gaben fleißig Applaus. Auch ich war sehr beeindruckt und hoffte das der Abend so weitergeht.

SONY DSCNach kurzer Umbaupause ging es dann endlich weiter mit den sehnsüchtig erwarteten Lebanon Hanover. Die Bühne verdunkelte sich, die zwei exzentrischen Musiker betraten die Bretter, ein mystischer Augenblick, gefangen von einer großen Erwartung! Nach einer kurzen Begrüßung von William, wurde der Auftritt ohne Intro, mit Griffen in den Bass eröffnet. Für mich persönlich ein schwacher Start in den Gig. So ausdruckslos ging es dann auch weiter zur nächsten Nummer und meine Erwartungen wurden langsam aber sich etwas heruntergeschraubt. Hinzu kamen leider immer wieder Tonprobleme für das Publikum sowohl als auch für die Künstler die einfach keinen vernünftigen Ton im Monitor bekamen und somit völlig an Konzentration verloren. Etwas lustlos seitens der Band, ging es dann von Stück zu Stück. Probleme hatte auch die sonst so souveräne Larissa mit ihrem Pedal. Irgendwie kam sie scheinbar damit nicht zurecht. Die Songs wurden nach und nach abgespielt, mal mehr mal weniger mit etwas Atmosphäre aber für mich nicht ausreichend. Ich hatte mir unter den Senkrechtstartern der Szene etwas anderes versprochen.
Das Publikum wand sich in leichten Bewegungen zu den rhythmischen, teils hypnotisierenden Klängen. Es schien vielen Besuchern wirklich zu Gefallen. Was mich ehrlich gesagt etwas verwunderte. Es wurden noch einige Zugaben gegeben und somit schloss sich auch dieser schöne Abend im Movie.

Fazit: Ich/Wir waren sehr glücklich und zufrieden darüber die sympathischen Musiker von Ash Code einmal Live gesehen zu haben. Mit ihrer frischen, jungen und auch coolen Art hatten uns die Italiener an diesem Abend absolut überzeugt. Über Lebanon Hanover finde ich/wir leider keine positiven Worte, vielleicht doch eines : Hoffnung!!

Es ist noch anzumerken, dass DJ Thomas für alle seiner Veranstaltungen sogenannte Sozial Tickets für Hartz4 Bezieher anbietet. Jeder der im Besitz des Bielefeld-Passes oder ähnliches ist und Lust auf einen fantastischen Konzertabend bei DJ Thomas hat, bekommt die Gelegenheit über eine persönliche Kontaktaufnahme mit ihm, sich eines der begehrten Tickets zu ergattern.
Wir von Independent Sounds finden dieses Modell von DJ Thomas toll und hoffen das es ihm andere Konzertveranstalter gleich tun.

Chapeau!!!

Text: Guido Wein
Bilder: Steffi Schaaf -> weitere hier!

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