Konzertreview: 31.01.2015 Sweet Ermengarde – Nerves, Movie Bielefeld

Veröffentlicht: 4. Februar 2015 von guidowein in Konzertreviews
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Es war mal wieder soweit: DJ Thomas lud die schwarze Gesellschaft zu einem netten Stelldichein mit zwei tollen Bands am letzten Samstag, den 31.01.2015, in das Movie Bielefeld ein. Ich hatte mich sehr auf diesen Abend gefreut, wusste ich doch um das Können von Sweet Ermengarde und war umso mehr gespannt auf die Nerves, die ich in der Vergangenheit leider noch nicht Live erleben durfte.

Gegen 20:30 Uhr starteten die Nerves mit einem feinen Intro in den Abend. Die charismatische Sängerin Kamauha betrat Seifenblasen pustend die Bühne gefolgt von Cpt. Proton, Adm. Jack und Cmdr. Bossi. Fetzig ging es dann los mit dem Track „Karoshi“, der gleich meine eingefrorenen Füße wiederbelebte und zum auftauen brachte. Beim nächsten Song kam eine Art Blockflöte zum Einsatz. tn7Gekonnt entlockte Sängerin Kamauha ihr Töne, die überraschend gut zur Punk Rock Nummer „Away“ passten. Ich staunte nicht schlecht. Während des Konzertes spielte Kamauha immer wieder gekonnt diverse Asiatische Instrumente, darunter auch ein Streichinstrument, das ein wenig an unser Cello erinnerte. Dem Publikum gefiel es und so wurden hier und dort ein paar Tanzeinlagen auf das Parkett gelegt. Auffallend war die markante, vielfältige Stimme und der Spaß den die vier Akteure auf der Bühne an den Tag legten. Man spürte förmlich die Power und die Leidenschaft zur Musik, die wirklich professionell und mit viel Herzblut zelebriert wurde. Die 27-jährige Bühnenerfahrung war einfach nicht zu übersehen und wurde auch vom Publikum mit Beifall honoriert. Sängerin Kamauha suchte immer wieder Kontakt zu den Gästen. Unter anderem erzählte sie zu dem Song „Schaut mich an“ eine Anekdote eines WGT-Besuches, da sie doch immer wieder auf ihre Frisur angesprochen wird und sie doch diesbezüglich mal endlich einen Song schreiben müsste. Sie hat nun mal den „Höchsten“.
Auffallend waren dann natürlich auch die zwei japanischen Stücke, die für unsere Ohren ziemlich fremd klangen aber auch das gewisse Etwas versprühten. Einen Hauch von fremder Kultur, aber musikalisch sehr gut verpackt.
Auch eine Kaffee- oder Teetasse kam zum Einsatz, über deren Sinn oder Unsinn später noch ein Statement seitens Kamauha abgegeben werden sollte, das sie dem Publikum aber schuldig blieb. Dennoch fand ich es ganz lustig, sah es wie nach einer Ode an die Tasse aus. Die Tasse erlebte allerdings das Ende des Songs nicht.
Der Track „Supernova“ überzeugte mit seiner tollen Kombination aus Basslastigkeit und Blockflöte. Richtig heftig wurde es dann noch mal kurz vor Schluss mit dem Stück „Dancing on“, der mich ein wenig an ein Rockabilly-Stück erinnerte und meinen Fuß zum wippen brachte. Zum Ende, der für mich überzeugen Darbietung von den Nerves, gab es noch etwas Politisches mit auf den Weg bzw. auf die Ohren mit „Facebook Zombies“. Eine eindrucksvolle Botschaft, die durch die Band vermittelt wurde, fand ich.

se1Nach einer kurzen Umbauphase ging es dann zu meinen eigentlichen Favoriten, Sweet Ermengarde, die fünf introvertierten Jungs aus Bochum. Nach einem kurzen vernebelten Intro ging es dann direkt zum ersten Stück. Langsam füllte sich der Saal und alles starrte gebannt auf die äußerst mystisch wirkende Bühne. Der donnernde Sound zu „In the Time“ ging mir durch Mark und Beine. Immer wieder fiel mir während des Konzertes die Dynamik des Basses bzw. des Bassisten Lars auf. Sie ist bezeichnend für die Band. Enttäuscht wurde ich dann beim Klassiker „A Promise To Fulfill“ . Der Sound war nicht gut und die Drums viel zu dominant. Ich hätte den Titel kaum erkannt, wenn nicht Sänger Kuba seine dunkle und wie ich fand etwas säuselnde Stimme ins Mirko brummte. Allerdings füllte sich sofort die Tanzfläche und dem Publikum schien es zu gefallen. Lahm ging es weiter mit dem Stück „For this Moment“. Was ist mit der Band los, denke ich so bei mir? Nur Lars (Bass) und Rafael (Drums) schiene voll bei der Sache zu sein und spielten auf Teufel komm raus mit viel Liebe und Professionalität.Der Rest der Truppe schien ihr Programm etwas lustlos abzuspielen. Da denke ich gleich an den letzten Fields of the Nephilim Gig beim Blackfield Festival in Gelsenkirchen, die auch ihre Songs mehr oder wenig lieblos absolvierten, um bald ein Bier trinken zu können. Leider ging zudem in der etwas schlecht beleuchteten Ecke ein Gitarrist völlig unter, der dennoch mit seiner soliden Leistung überzeugen konnte. Irgendwie plätscherte der Abend so vor sich hin bis wieder etwas Schwung in den Laden mit „Near Dark“ kam. Es freute mich zu sehen wie langsam ein Lächeln über Kubas Gesicht huschte. Es wurde sich auch artig beim Publikum für das Erscheinen bedankt um anschließend wieder Vollgas zu geben mit dem Bauhaus Cover „The passion of lovers“.
Das Publikum nahm den Song dankbar entgegen und rockte auf dem Parkett nochmal richtig ab.
Somit fand langsam der Konzertabend gegen 22.30Uhr sein Ende.

Fazit: Ich war froh mir endlich mal die Nerves Live angesehen zu haben.
Sie waren mit ihrer sympathischen und ihrer metamorphosen Art und Weise für mich die Band des Abends.
Von Sweet Ermengarde war ich enttäuscht. Ich hoffe das beim nächsten Auftritt der Jungs wieder mehr Spielfreude einkehren wird, denn Eines ist klar, Potenzial und Talent haben die fünf Bochumer und es wäre echt schade für den gesamten Gothic-Rock, wenn diese nicht auf der Bühne überleben würden.

Setlist Nerves:

Karoshi
Away
Leaving the Ashes
Coffin
Illusory world
Schaut mich an
Swine
Limerick
Byoki
25 Years
Bones
Graue Herren
999
Supernova
Emtymania
Dancing on
Facebook Zombies

Setlist Sweet Ermengarde:

In the Time
Kisses
Raynham Hall
A Promise to Fullfill
For this Moment
Where have you been
Near dark
On the Mend
The Passion of Lovers
Necropolitan Rest

Bericht: Guido Wein/Steffi Schaaf
Fotos: Steffi Schaaf

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