Fundstück der Woche: Sweet Ermengarde

Veröffentlicht: 21. Januar 2015 von steffischaaf in Fundgrube
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Letzte Woche berichteten wir über das anstehende Konzert im movie in Bielefeld am 31.01.2015 mit The Nerves und Sweet Ermengarde. Einen Einblick über das Schaffen der Stuttgarter von The Nerves habt ihr bereits erhalten, heute stellen wir euch die Bochumer Band Sweet Ermengarde näher vor. Vielleicht findet ihr Gefallen und stattet dem movie in zwei Wochen einen Besuch ab, um beide Bands live sehen zu können.

Wer steckt hinter Sweet Ermengarde?
Das sind Danny und Mike an den Gitarren, Rafael an den Drums, unser Sänger Kuba und ich, Lars, am Bass.

Wie würdet ihr eure Musik beschreiben?
Das ist immer schwierig, aber ich würde sagen, es ist Gothic Rock mit ein paar Psychedelic und Progressive Einflüssen.

Was macht euer Projekt besonders?

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Was und wen wollt ihr mit Euren Songs erreichen?
Ich würde sagen, wir wollen jeden erreichen der es hören will. Das sind natürlich hauptsächlich Gothic-Rock Fans, aber wenn unsere Fans nichts weiter verbindet als unsere Musik, ist das auch gut. (Sub-)Kultur, Geschlecht, Hautfarbe, Religion, Nationalität oder was auch immer spielen für uns erstmal keine Rolle. Was wir mit unseren Songs erreichen wollen ist von Song zu Song unterschiedlich. Was wir jedenfalls nicht sind ist eine Mitklatsch-Band!

Was hat Euch bewogen Musik zu machen?
Ich glaube, dass ist so eine Sache die man einfach tun muss. Mir kommt es jedenfalls so vor, als hätte ich mir das nicht aussuchen können. Seit ich mich anfing für Musik zu interessieren wollte ich das auch selber machen und kann mir auch nicht vorstellen, jemals damit aufzuhören.

Was macht gute Musik für euch aus?
Was GUTE Musik ist, ist nicht so leicht zu beantworten, erst recht nicht für einen Musiker. Ich denke, die sollte irgendwie originell und einfallsreich sein. Ich lasse mich da nicht von Genres leiten, obwohl ich da natürlich eine ganz klare Präferenz habe. Ich höre Musik oft aufmerksam und als Musiker nimmt man das sowieso nochmal anders wahr. Was aber nichts heißt, dass es immer kompliziert sein muss. Ich glaube Rammstein ist ein gutes Beispiel. Auf das Wesentliche reduziert treffen die mit der Wucht eines Vorschlaghammers den Nagel auf den Kopf. Ich mag auch Lady Gaga auch wenn ich mir das nicht unbedingt anmachen würde. Aber ich denke das ist intelligente Pop Musik und eine große Musikerin und kein gecastetes Tanzmäuschen.
Andererseits habe ich es vor kurzem mal wieder mit Jazz versucht. Da finde ich absolut keinen Zugang zu. Jaco Pastorius muss man ja eigentlich als Bassist mögen, gibt mir aber gar nichts. Oder Miles Davis, das getröte macht mich sogar richtig aggressiv! Das liegt aber an mir, ich bin mir ganz sicher, dass die ihren Stellenwert zu recht haben.

Welche Bands beeinflussen euch? Welche Alben haben euch geprägt oder begeistert?
Das ist bei jedem von uns natürlich etwas anders. Bei Mike hört man zum Beispiel viel The Mission raus, bei Danny sind es Joy Division, bei Kuba The Doors, bei Rafa A Perfect Circle. Das kann man natürlich nicht auf ein paar wenige Namen reduzieren, aber die sind mit Sicherheit dabei. Mich haben die Fields geprägt und wenn ich ein bestimmtes Album sagen müsste, wäre das Elizium. Das ist ein in sich hundert Prozent stimmiges Werk mit perfektem Sound das eine unglaubliche Atmosphäre erzeugen kann.

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Welche Musik hört Ihr zu Hause, unterwegs oder beim Sport?
Wenn ich mein Genre nennen müsste, dann würde ich Gothic-Rock sagen. Da habe ich seit vielen Jahren meine Subkultur gefunden. Was aber natürlich nicht heißt, dass ich nicht auch viele andere Sachen höre. Um mal ein paar Namen zu nennen: Fields Of The Nephilim, Laibach, Dead Can Dance, Bauhaus, Christian Death, Siouxsie And The Banshees, Dead Kennedys, Type O Negative, The Blue Angel Lounge, … die Liste würde ziemlich lang werden. Ist jetzt schon zu lang, deckt aber längst nicht alles ab.
Sport machen wir leider alle nicht. Ich bin aber mal einen Marathon gelaufen und habe dabei gerne Evi Vine oder Azam Ali gehört.

Eine Band durchläuft stets Höhen und Tiefen. Was war der absolute Höhepunkt in der Vergangenheit und was der bitterste Tiefpunkt?
Ich glaube, an so einen Tiefpunkt befinden wir uns gerade. Unsere Bookingagentur, bei der wir uns sehr wohl gefühlt haben, hat leider aufgehört. Außerdem ist unser Sänger Kuba den Belastungen nicht so ganz gewachsen, was die ganze Band auf eine harte Probe stellt.
Die Höhepunkte waren auf jeden Fall die Auftritte in England und Madrid letztes Jahr.

Was ist für die Zukunft geplant? Welche Ziele habt ihr euch selbst gesteckt? Was steht als nächstes an? Tour? Studio?
Aktuell befinden wir uns noch bei der Arbeit für das neue Album das den Titel Ex Oblivione tragen wird und Mitte dieses Jahres erscheinen soll. Das ist das nächste Ziel das wir uns gesteckt haben. So eine Produktion ist immer sehr anstrengend und ich glaube, das Album ist immer besonders schwierig. Es soll stilistisch natürlich unbedingt an unser Debut Raynham Hall anknüpfen, trotzdem versucht man sich natürlich auch zu verbessern. Das stellt natürlich ziemlich hohe Anforderungen.
Deswegen spielen wir auch aktuell etwas weniger Konzerte. Richtig losgehen soll es live dann wieder im Herbst, da sind schon ein paar Sachen in der Pipeline, vielleicht auch eine kleine Tour.

Welche Rolle spielen für euch Live-Auftritte und was empfindet ihr dabei?
Auftritte sind immer eine ambivalente Geschichte. Einerseits ist das viel Arbeit, manchmal geht einem Auftritt über ein Jahr Planung voraus. Am Tag selbst muss man häufig ziemlich früh raus um rechtzeitig vor Ort zu sein. Bis man auf die Bühne kommt hat man immer schon einige Stunden Arbeit hinter sich und muss dann noch einmal volle Leistung bringen. Und danach ist man ja nicht fertig sondern muss sich um den Abbau kümmern. Da kommt es schonmal vor, dass man mehr als 24 Stunden auf den Beinen ist.
Trotzdem ist es das Größte mit den Leuten unterwegs zu sein und ein gutes Konzert zu spielen. Der Spaß entschädigt für alles und ich freue mich jedes Mal aufs Neue.

Was fällt Euch als Erstes zu folgenden Begriffen ein?
Musik: Das Lebenselexier das mich mit Sicherheit irgendwann umbringen wird.
Kindheit: Unbeschwerteste Zeit des Lebens? Nicht unbedingt für jeden.
Blockade: Kuba
Auftritt: Unbeschwerteste Zeit des Lebens!
Heimat: Home is where your heart is. Dafür muss man sich heutzutage nur leider zu oft schämen.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Lars für das sehr offene Interview!

Homepage Sweet Ermengarde

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Kommentare
  1. (UɐɹɟʇɐʞıuU)². sagt:

    Hat dies auf Meine Musik^^. rebloggt und kommentierte:
    Sehr geil!!

    Gefällt mir

  2. Christopher Deninger sagt:

    Gutes Interview, tolle Band!

    Gefällt mir

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