Review: 06.12.2014 Tonenburg Rock

Veröffentlicht: 10. Dezember 2014 von steffischaaf in Konzertreviews, Veranstaltungen
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Der  Nikolaus packte gute Musik in die Stiefel

Alle Wege führen nach Rom, aber nur einer nach Höxter zur Tonenburg. Früher diente sie als mittelalterliche Verteidigungsanlage, seit 1998 ist sie ein beliebter Treffpunkt von Familien, Urlaubern und Konzertliebhabern. Am 06.12.2014, passend zum Nikolaus, ließen vier Bands die Scheune erbeben und brachten die Stiefel der anwesenden Gäste zum glühen.
Kuschelig warm und mit einem sehr angenehmen und beschaulichen Ambiente lockte die Tonenburg ca. 50 Musikliebhaber.

Den Anfang machten No Heart Country aus Bielefeld. Ja, aus der Stadt, die es ja nicht geben soll, aber so wie es aussieht, scheint sich dort dennoch Einiges zu tun. Zu mindestens in Sachen guter Musik. Seit 2010 gibt die Band dem Genre Poetry Post Punk wieder einen Namen und verwöhnt unser Gehör mit wunderbaren Melodien und Texten, die bewegen, verurteilen und erleuchten. So auch an diesem Abend.
Gut gelaunt und motiviert stand die Band auf der Bühne, die Instrumente waren sehr gut abgemischt, die Stimme von Frontmann Daniel absolut klar und eindringlich, deutlich spürte man die Leidenschaft für die Musik und ich fühlte mich zurückversetzt, in eine Zeit, in der Joy Division ihre Anfänge hatten und so einige Parallelen waren deutlich erkennbar. Seit dem 01.12.2014 haben sie ihre erste EP auf dem Markt, Bad Sign, die absolut hörens- und empfehlenswert ist. Ich hatte mir im Vorfeld des Abends bereits einige Lieder angehört und ich muss sagen, für mich waren sie schon da die Neuentdeckung des Jahres. Und live konnten sie mich noch mehr überzeugen. Hoffentlich spielen sie bald wieder in der Nähe.

MindSlide, ebenfalls aus Bielefeld, mussten an dem Abend ohne ihren Gitarristen Mirco auskommen, ein herber Verlust für den Rest der Band, die aber das Beste aus der Situation machten und gerade mit dem Charme und Witz des Sängers Steve die Situation unter Kontrolle hatten und mit ihrer vollkommenen Beherrschung der Instrumente die Zuschauer in den Bann zogen, auch wenn hier und da die gezupften Saiten von Mirco fehlten. Ein absoluter Genuss den Stücken zu lauschen. Auch wenn die Band recht unbekannt ist, mit ihrer professionellen Arbeit und dem tollen Abend haben sich mich definitiv begeistern können.

Moonrise reisten aus Hamburg an und mussten ebenfalls auf ein wichtiges Bandmitglied verzichten, dem Schlagzeuger. Sehr abwechslungsreich, mal düster, mal leise oder auch mal treibend spielten sie ihre Lieder mit großer Leidenschaft und Begeisterung. Die großartige Klangfarbe der Stimme von Timo Peter verbreitete in regelmäßigen Abständen Gänsehaut auf meinem Rücken und den Armen. Sehr schön, dem Ganzen zuzuhören und sich den Takten hinzugeben. Ein wahrer Genuss.

Als Initiator des ganzen Tonenburg Rock gaben sich Salvation AMP zum Schluss die Ehre. Auch Sänger Christian blieb anscheinend von den fiesen Grippeviren nicht verschont und konnte seine Stimme nicht ganz so strapazieren. Dennoch gefiel mir der Auftritt dieses Mal viel besser als der im September. Der Klang war wesentlich besser, nicht so schmerzhaft für die Ohren wie auf der Burg Sternberg, so konnte ich mich wirklich gehen lassen und auch den Texten und dem Gefühl entspannter hingeben. Die Jungs hatten absolut Spaß auf der Bühne, miteinander und mit dem Publikum. Sie feierten ausgelassen den wunderbaren Musikabend und gaben mit ihren hervorragenden Stücken noch den letzten Schliff.

Fazit: Es war ein fantastischer Abend mit wundervoller, beeindruckender, imposanter und eindringlicher Musik. Ich habe großartige Bands erlebt, die gerne wieder in der Nähe auftreten dürfen und dann sicherlich wieder mit meinem Besuch rechnen dürfen. Ein Dank geht auch an die Besitzer der Tonenburg, die so eine tolle Veranstaltung mit auf die Beine stellten. Hoffentlich im nächsten Jahr wieder.

Hier ein paar Impressionen, zusammengestellt von Claudia Reismann:

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